Unter Mordverdacht : McAfee auf der Flucht vor der Polizei

John McAfee, Erfinder der gleichnamigen Antiviren-Software, wird in Belize wegen Mordes gesucht, er soll in den gewaltsamen Tod seines Nachbarn verwickelt sein. Als die Polizei sein Anwesen durchsuchte, versteckte er sich, indem er sich im Sand einbuddelte. Für die Vorwürfe gegen ihn hat er eine einfache Erklärung.

Der Gründer des US-Unternehmens für IT-Sicherheit, John McAfee, ist mit Mordvorwürfen konfrontiert.
Der Gründer des US-Unternehmens für IT-Sicherheit, John McAfee, ist mit Mordvorwürfen konfrontiert.Foto: dpa

John McAfee, Gründer des gleichnamigen US-Unternehmens für IT-Sicherheit, wird im zentralamerikanischen Kleinstaat Belize wegen Mordes gesucht. Die Polizei teilte am Montag mit, der 67-Jährige stehe im Verdacht, einen Nachbarn erschossen zu haben. McAfee sagte dem US-Magazin „Wired“, er habe sich vor den Fahndern versteckt, als sie sein Anwesen auf einer Insel vor der Nordostküste Belizes durchsuchten.

Polizeivertreter Marco Vidal erklärte, die Durchsuchung von McAfees Anwesen Ambergris Caye am Sonntagabend sei erfolglos verlaufen. Die Fahnder hätten den Verdächtigen wegen des Mordes an seinem Landsmann Gregory Faulls verhören wollen. Der aus Florida stammende 52-Jährige war am Sonntag erschossen von einer Angestellten in seinem Haus gefunden worden.

Nach Polizeiangaben gab es keine Spuren für ein gewaltsames Eindringen in das Haus, allerdings hätten ein Mobiltelefon und ein Laptop gefehlt. Die Technologie-Webseite Gizmodo berichtete unter Berufung auf Inselbewohner, McAfee und Faulls hätten vor kurzem einen Streit gehabt.

McAfee sagte in dem Interview mit „Wired“, er habe sich während der Durchsuchung seines Anwesens durch die Polizei im Sand eingegraben. Um atmen zu können, habe er einen Pappkarton über seinem Kopf gehalten. „Es war sehr unbequem“, sagte McAfee. „Aber sie hätten mich getötet, wenn sie mich gefunden hätten.“ Er werde sich auf keinen Fall freiwillig bei der Polizei melden. Zugleich äußerte McAfee die Sorge, die Mörder seines Nachbarn seien möglicherweise auch hinter ihm her.

Der frühere Internetunternehmer erklärte weiter, er werde von den Behörden der früheren britischen Kolonie verfolgt. Es sei „klar, dass sie mich töten wollen“, sagte McAfee. „Sie versuchen seit Monaten, mich zu kriegen. Sie wollen mich zum Schweigen bringen.“

Der Regierungschef Belizes könne ihn nicht leiden, erklärte McAfee. Sein Anwesen war bereits vor einigen Monaten nach Drogen und Waffen durchsucht worden. Damals wurde McAfee für mehrere Stunden in Polizeigewahrsam genommen. Nach seiner Darstellung handelte es sich um Repressalien, weil er es abgelehnt habe, einem Provinzpolitiker eine Spende zu machen.

McAfee verkaufte das von ihm gegründete Unternehmen für Viren-Schutzprogramme in den 1990er Jahren und erlöste damit Millionenbeträge. (AFP)

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