Welt : Unter Wasser

Der Drei-Schluchten-Staudamm in China wurde geschlossen

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Peking (dpa). Die Heimat von mehr als einer Million Menschen versinkt seit Sonntag in den Fluten des Jangtse: 19 der 22 Durchflussröhren an der Unterseite des Drei Schluchten-Staudammes wurden geschlossen, damit Chinas mächtigster Strom einen riesigen Stausee bilden kann. Der Wasserpegel stieg danach zunächst um 28 Meter. Bis Mitte Juni soll er auf 135 Meter über dem Meeresspiegel ansteigen. Der Damm hat derzeit eine Höhe von 140 Metern, nach seiner Fertigstellung soll er 185 Meter hoch sein und sich das Wasser bis auf 175 Meter Höhe aufstauen. Das gigantische Wasserreservoir bildet dann einen 660 Kilometer langen, künstlichen See zwischen Sandouping in der Provinz Hubei und der Metropole Chongqing.

Mit der Stauung beginnt jetzt die Schlussphase des Baus des größten Wasserkraftwerkes der Welt, das zu 70 Prozent fertig ist und im Jahr 2009 vollendet sein soll. Der erste Strom soll im August aus dem Werk fließen. Gleichzeitig beginnt für 7000 Experten und Mitarbeiter ein Rennen gegen die Zeit, in dem sie die Kulturschätze retten wollen , die in dem Gebiet liegen – archäologisch wertvolle Stätten von der Steinzeit bis hin zu Kulturstätten der Qing Dynastie (1644 bis 1911), die in den zu überflutenden 632 Quadratkilometern liegen.

Den Ingenieuren des gigantischen Projektes, das auch wegen der hohen Kosten, befürchteter Umweltschäden und Wasserverschmutzung heftig umstritten ist, bereitet noch die mögliche Verschlickung des Reservoirs Kopfzerbrechen. Geschätzte 530000 Tonnen Schlamm führt der Jangtse jährlich mit sich. Um die Erosion zu verringern, werden am Oberlauf Bäume gepflanzt. In mehreren noch zu bauenden Stauseen soll sich der Schlamm absetzen, bevor er den Staudamm erreicht, an dem der Schlamm durch 22 Abflusskanäle abgelassen werden kann. „Wir sind zuversichtlich, das Problem der Verschlickung durch umfassende Maßnahmen zu lösen, aber es wird einige Zeit dauern“, sagte der Chefingenieur des Projektes.

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