Untergang der Titanic : Material hielt Belastungen nicht stand

Zu schwache Nieten im Schiffsrumpf sollen laut neuen Forschungs - ergebnissen den schnellen Untergang der "Titanic" mitverursacht haben. Das verwendete Eisen sei nicht ausreichend robust gewesen.

Washington - Zusammen mit einer Kollegin habe er vom Wrack des Kreuzfahrtschiffs geborgene Nieten untersucht und mit damals üblichen Materialien nachbauen lassen, sagte der amerikanische Metallkundler Tim Foecke, der an einem Forschungsinstitut im US-Bundesstaat Maryland arbeitet. Hätten die Bauer der "Titanic" statt Eisen für die Nieten Stahl verwendet, wäre das Schiff weniger schnell gesunken, und mehr Menschen hätten gerettet werden können. Das als "unsinkbar" gepriesene größte Kreuzfahrtschiff seiner Zeit sank in weniger als drei Stunden. Fast 1500 Menschen kamen ums Leben.

Damalige Qualitäts-Nieten hätten eine Belastung von neun Tonnen ausgehalten, erläuterte Foecke. Das mit Hilfe eines britischen Experten für historische Baustoffe nachgebildete Schmiedeeisen aber gab schon bei vier Tonnen nach. Den "Titanic"-Konstrukteuren Belfaster Werft Harland & Wolff gibt der Forscher aber keine Schuld. Sie seien von mehreren Zulieferern ausgestattet worden, die möglicherweise zu wenig Erfahung im Schiffsbau hatten "und es auch nicht besser wissen konnten".

Der "Titanic"-begeisterte Foecke arbeitete zusammen mit seiner Kollegin Jennifer Hooper McCarty zehn Jahre an dem Forschungsprojekt. Die Ergebnisse der Arbeit sollen als Buch erscheinen und als Fernsehdokumentation im Sender Discovery Channel am 19. September in Großbritannien und am 4. Oktoker in den USA ausgestrahlt werden. Die "Titanic" kollidierte auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York im Nordatlantik mit einem Eisberg und ging mit mehr als 2000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord unter. (tso/AFP)

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