Untersuchung zum Keim-Skandal in Bremen : Fehler auf mehreren Ebenen

03.12.2012 13:05 Uhr
Auf dieser Station starben im vergangenen Jahr drei Frühchen wegen einer Keiminfektion. Foto: dpa
Auf dieser Station starben im vergangenen Jahr drei Frühchen wegen einer Keiminfektion. - Foto: dpa

Wer hat Schuld am Keimausbruch in einem Bremer Klinikum, bei dem im vergangenen Jahr drei Frühchen starben? Der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses macht deutlich, dass diese Frage nicht einfach zu beantworten ist, denn alle Beteiligten haben Fehler gemacht.

In dem Keim-Skandal im Klinikum Bremen-Mitte mit drei toten Frühchen sind einem Untersuchungsbericht zufolge schwere Fehler gemacht worden. Zu diesem Ergebnis kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft in seinem am Montag online veröffentlichten Abschlussbericht.
Beim Hygiene- und Ausbruchsmanagement habe es Mängel am Klinikum und im Krankenhausverbund gegeben. Außerdem stellten die Abgeordneten strukturelle Probleme bei der Behörde für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit sowie beim Gesundheitsamt Bremen fest. Im vergangenen Jahr waren drei Frühchen an Infektionen mit resistenten Darmkeimen gestorben, mehrere erkrankten schwer.


Der Krankenhaushygieniker am Klinikum Bremen-Mitte habe nicht die erforderliche ärztliche Qualifikation gehabt, kritisierten die Abgeordneten. Die Besetzung der Intensivstation für Neugeborene mit Pflegepersonal sei problematisch gewesen. Der Keimausbruch sei wegen mangelhafter Dokumentation zu spät erkannt und das Gesundheitsamt zu spät informiert worden. Das Gesundheitsamt habe die Einhaltung von Hygienestandards in den bremischen Krankenhäusern nicht überprüft.
Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hatte bei zwei Befragungen im Untersuchungsausschuss eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen. (dpa)

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