Unwetter : "Dean" könnte wieder an Fahrt aufnehmen

Hurrikan "Dean" ist von der mexikanischen Halbinsel Yucatan wieder aufs Meer gezogen. Experten fürchten, dass er dort an Stärke gewinnen könnte. 18.000 Ölarbeiter verließen ihre Plattformen.

Hurrikan "Dean"
Hurrikan "Dean" hat eine Spur der Zerstörung in Mexiko hinterlassen. -Foto: EFE

MiamiDer seit Tagen in der Karibik wütende Hurrikan "Dean" hat sich am Mittwoch auf die Ölplattformen im Golf von Mexiko zubewegt. Die staatliche mexikanische Ölfirma Pemex brachte vorsorglich alle 18.000 Arbeiter der Plattformen in Sicherheit. Der Sturm, der im Vergleich zum Vortag deutlich abflaute, befand sich am frühen Morgen rund 250 Kilometer nordöstlich der Stadt Veracruz, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA mitteilte. Es wurde erwartet, dass er im Lauf des Tages erneut auf die mexikanische Küste treffen würde.

Die Meteorologen befürchteten, dass sich der mit heftigen Niederschlägen und hohem Seegang einhergehende Sturm auf dem Meer wieder verstärken könnte. Auf der Halbinsel Yucatán zogen die Behörden derweil eine Bilanz der Hurrikan-Schäden. Der Sturm entwurzelte demnach Bäume und überflutete Straßen, heftige Windböen drückten Scheiben ein und zerstörten Bushaltestellen. In der Stadt Chetumal mit 450.000 Einwohnern fiel der Strom aus, ein tiefer liegender Stadtteil stand bis zu zwei Meter unter Wasser. Nach Angaben von Mexikos Präsident Felipe Calderón kamen Menschen offenbar nicht zu Schaden.

Die in Cancún gebliebenen Urlauber sonnen sich

Auf seinem Weg durch die Karibik hatte der Sturm in den vergangenen Tagen neun Menschen getötet. Die Urlaubsorte an der mexikanischen Karibikküste blieben von dem Sturm weitgehend verschont. In Cancún, aus dem in den vergangenen Tagen tausende Touristen geflohen waren, genossen die zurückgebliebenen Urlauber einen sonnigen Tag. Wegen des hohen Seegangs trauten sich allerdings nur wenige ins Meer.

"Dean" ist der bislang stärkste Hurrikan der Saison, bei seinem Eintreffen an der mexikanischen Küste hatte er mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern am Dienstag die Kategorie fünf erreicht. Nur der Hurrikan "Andrew", der 1992 im US-Bundesstaat Texas schwere Verwüstungen anrichtete, hatte bei seinem Zug über das Festland diese gefährliche Stufe. Am Dienstagabend hatte sich "Dean" deutlich abgeschwächt und war mit Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde auf die niedrigste Kategorie eins auf der Saffir-Simpson-Skala herabgestuft worden. (mit AFP)