Unwetter : Hochwasser und Überflutungen in vier Bundesländern

Die starken Unwetter der letzten 24 Stunden machen sich bemerkbar: Flüsse und Bäche sind über die Ufer getreten, Straßen mussten gesperrt werden, Gebäude wurden von Blitzen getroffen. In einigen Regionen wird mit einem weiteren Pegelanstieg gerechnet.

Überschwemmungen
Überschwemmungen. Ein Feuerwehrmann bewacht im Landkreis Göttingen eine Pumpe, mit der Wasser aus vollgelaufenen Wohnhäusern...Foto: dpa

Hamburg"Land unter" nach starken Regenfällen: In Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen und Thüringen sind Flüsse und Bäche über die Ufer getreten. Im Landkreis Kassel waren nach Polizeiangaben einige überflutete Straßen nicht mehr befahrbar. Im Harz führten mehrere Flüsse Hochwasser, vereinzelt lösten sich kleinere Erdrutsche. Dabei wurde ein Haus in Langenstein bei Halberstadt stark beschädigt. Es gab keine Verletzten.

Pegel an der Saale steigt

Für die Region wurde die zweithöchste Alarmstufe herausgegeben, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt mit. In Halberstadt trat ein Krisenstab zusammen. Besonders betroffen waren Stecklenburg bei Quedlingburg und Ilsenburg bei Bad Harzburg. Experten rechneten damit, dass das Wasser an den Saale-Pegeln Naumburg und Camburg-Stöben weiter steigt und dann die höchste Warnstufe erreicht. Dann würden die Deiche rund um die Uhr bewacht und abgesichert. "An 2002 wollen wir aber nicht denken", sagte der Hydrologe Andreas Gnörich. Bei der Flut vor fünf Jahren wurden an Elbe und Mulde 60.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

In Annarode im Südharz wurden nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia innerhalb von 24 Stunden 83 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Auch in Hessisch Lichtenau in Nordhessen gab es mehr als 50 Liter Niederschlag. Die Bundesstraße 3 im Fuldatal wurde gesperrt, weil Bäume auf die Straße gestürzt waren. An der Bundesstraße 7 südöstlich von Kassel drohte ein Hang abzurutschen. Der Pegel der Werra stieg weiter an.

Auch im Süden und Südosten Niedersachsens mussten Straßen gesperrt und Keller ausgepumpt werden. "Es hat seit Freitagmittag ununterbrochen geschüttet", sagte ein Sprecher der Polizei in Salzgitter. Überflutete Straßen gab es auch in Teilen Schleswig- Holsteins. Im Kreis Segeberg schlugen Blitze in mehrere Gebäude ein.

Regengebiet zieht langsam ab

In Thüringen entspannte sich die Lage nach dem Dauerregen langsam. Die Flüsse Unstrut und Ilm hatten nach Angaben des Staatlichen Umweltamts in Erfurt in der Nacht zum Samstag kritische Pegel erreicht. Auch dort galt die zweithöchste Alarmstufe.
 
Das Regengebiet sollte sich nach DWD-Angaben im Laufe des Tages nach Norden hin verlagern, um dann allmählich abzuziehen. Der zweite Teil des Wochenendes werde in der Mitte und im Süden recht freundlich, während sich im äußersten Norden noch die letzten Regenwolken verziehen müssten. (mit dpa, ddp)