Unwetter : Hurrikan "Dean" zum Sturm geschrumpft

Er wütete seit letzter Woche in der Karibik und kostete 17 Menschen das Leben. Jetzt hat sich Hurrikan "Dean" abgeschwächt und ist nur noch ein Tropensturm.

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Und jetzt kein Wölkchen mehr zu sehen: Auch am Strand Mahahual in Mexiko wütete "Dean". -Foto: AFP

Mexiko-StadtDer Hurrikan hat gestern wie erwartet über dem mexikanischen Festland weiter an Fahrt verloren. Die Meteorologen gingen davon aus, dass sich der Sturm, der zuvor mit Windgeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern im Bundesstaat Veracruz an Land gegangen war, über dem Gebirge der Sierra Marde Oriente ganz auflösen werde. In weiten Teilen des Landes ging Regen nieder. Auch in der mexikanischen Hauptstadt in rund 400 Kilometer Entfernung waren die Auswirkungen des Sturmes zu spüren.

Unterdessen teilte am Mittwoch der Zivilschutz von Haiti mit, dass durch "Dean", der seit der vergangenen Woche durch die Karibik gepflügt war, neun Menschen in dem Karibikland ums Leben gekommen sind. Damit dürften insgesamt 17 Menschen durch die Einwirkung des Wirbelsturmes gestorben sein: neun in Haiti, zwei in der benachbarten Dominikanischen Republik, zwei in Santa Lucia, zwei in Jamaika und zwei in Dominica.

Todesopfer durch Stromschläge

In Mexiko wurden offiziell keine Todesopfer gemeldet. Allerdings starb ein Mann in Jalapa, der Hauptstadt des Staates Veracruz, als er das Blechdach seines Hauses sichern wollte. Dabei habe er einen Stromschlag abbekommen, teilte die Polizei mit. Auch in Cancun starb ein Mann indirekt an den Folgen des Sturmes, weil er ein herabhängendes Stromkabel angefasst hatte.

"Dean", der erste Hurrikan des Jahres im Atlantik, hatte die Küste nördlich der Hafenstadt Veracruz bei der Ortschaft Tecolutla um die Mittagszeit erreicht. Kurz zuvor hatte er sich noch einmal verstärkt und tobte mit Windgeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern gegen das Land. Die Regenfälle brachten vor allem Überschwemmungen. Tausende von Einwohnern küstennaher Gebiete waren zuvor in Sicherheit gebracht worden.

Bereits bei seinem Zug über die mexikanische Halbinsel Yucatán Anfang der Woche hatte der Sturm weniger Schaden angerichtet als zuvor befürchtet. In Quintana Roo und Campeche begannen die Arbeiten zur Beseitigung der Schäden, die der Wirbelsturm dort hinterlassen hat. Die Hütten von rund 15.000 Familien wurden beschädigt oder zerstört. Verwüstet wurden auch landwirtschaftliche Kulturen wie Bananen- und Papaya-Plantagen, sowie Mais- und Zuckerrohrfelder entlang der Sturmschneise.

Ölförderung beginnt am Freitag wieder

Im Golf von Mexiko hatte das staatliche Erdölunternehmen Petroleos Mexicanos (PEMEX) zwischenzeitlich alle Plattformen entlang des Hurrikankurses evakuiert und über 15.000 Arbeiter an Land in Sicherheit gebracht. In diesen Ölfeldern werden täglich 2,6 Millionen Barrel gefördert. Die Produktion sollte am Freitag wieder beginnen. (mit dpa)