Unwetter in NRW : Sturmtief legte Flugverkehr in Düsseldorf lahm

Während der Sommer in Berlin am Donnerstag sein Comeback feierte, tobten schwere Unwetter über Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland. Für das Wochenende lassen Meteorologen wieder auf besseres Wetter hoffen.

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Die Stürme fluteten zahlreiche Straßen, wie hier in Aachen.
Die Stürme fluteten zahlreiche Straßen, wie hier in Aachen.Foto: dpa

Überflutete Fahrbahnen, vollgelaufene Keller, hochgespülte Gullydeckel: Das ist die vorläufige Bilanz nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen am Donnerstagabend. Der starke Regen und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von fast 90 Stundenkilometern hatten landesweit zu mehreren hundert Polizei- und Feuerwehr-Einsätzen geführt.

Viele Straßen waren wegen Überschwemmungen oder umgestürzter Bäume nicht mehr befahrbar. Am Flughafen Düsseldorf kam es zu Verzögerungen bei der Abfertigung, Flüge mussten umgeleitet werden. In Hamburg, Bremen und Delmenhorst liefen zahlreiche Keller, Läden und Tiefgaragen voll.

Allein in Dortmund rückte die Feuerwehr zu 224 Einsätzen aus. Die Feuerwehren in Essen und in Bochum wurden jeweils rund hundert Mal gerufen. Auch in den Kreisen Recklinghausen, Warendorf, Kleve und dem Hochsauerlandkreis sowie in Düsseldorf und Wuppertal richtete das Unwetter Schäden an.
In Voerde am Niederrhein traf ein Blitz einen Baum, der brennend auf das Dach eines frei stehenden Einfamilienhauses fiel. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 100 000 Euro. Verletzt wurde niemand.

In Bottrop brannte eine leer stehende Scheune nach einem Blitzeinschlag komplett ab.

Im Kreis Aachen kam es kurzzeitig zu Stromausfällen und technischen Defekten bei den Ampelanlagen. Fünf Fahrzeuge liefen in einer Senke voll Wasser. Auch auf den Autobahnen 40 bei Essen und 43 bei Münster standen am Donnerstagabend zeitweise die Fahrbahnen unter Wasser. Die Feuerwehr musste anrücken und die Fahrbahnen reinigen.

Die Autobahn 46 wurde am späten Donnerstagabend zwischen Wuppertal und Aachen abschnittsweise wegen Überschwemmung gesperrt. Auch ein Teil der Autobahn 52 zwischen Essen und Düsseldorf wurde überflutet. Laut Landesleitstelle konnten die Sperrungen noch in der Nacht wieder aufgehoben werden.

Am Düsseldorfer Flughafen, dem größten von Nordrhein-Westfalen, ging zeitweise nichts mehr. Die heftigen Gewitter erzwangen Verzögerungen bei Starts und Landungen. Die Abfertigung habe zweimal unterbrochen werden müssen, sagte ein Flughafensprecher. Dadurch sei es zu Verspätungen von bis zu anderthalb Stunden bei den Abflügen gekommen. Sechs Maschinen mit dem Ziel Düsseldorf mussten nach Frankfurt und Köln umgeleitet werden. Mit Sondergenehmigungen sei es gelungen, alle für den Tag geplanten Abflüge bis zum späten Abend starten zu lassen.

Bis zu 6000 Blitze zählte der Wetterdienst Meteomedia innerhalb von zwei Stunden. Ein Meteorologe sprach von „richtig schweren Gewittern“. Die Unwetterzone zog im Laufe der Nacht weiter in östliche Richtung.

Auch in Norddeutschland kam es nach starken Regenfällen zu zahlreichen Überschwemmungen. In Hamburg rückten 200 Feuerwehrleute in der Nacht zu 45 Einsätzen aus. Sie pumpten Regenwasser aus Kellern, Läden und Tiefgaragen ab. Zahlreiche Autos standen den Angaben zufolge in den Tiefgaragen unter Wasser. Die Höhe der Sachschäden ist noch nicht bekannt.

In Bremen waren über 130 Einsatzkräfte von der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr bis in die Morgenstunden im Einsatz. Laut Feuerwehr kamen keine Menschen zu Schaden. In Delmenhorst wurden rund 120 Einsätze gefahren. Kellerräume liefen voll, Tiefgaragen standen bis zu 80 Zentimetern unter Wasser. Mit Pumpen wurde versucht, das Wasser abzusaugen. Von Blitzeinschlägen blieb das Stadtgebiet weitestgehend verschont.Straßenunterführungen oder Tunnel wurden nicht überflutet.

Während der Deutsche Wetterdienst noch für Freitag teils starke Gewitter mit Sturmböen im Osten, Süden und in den Mittelgebirgen prognostizierte, soll am Wochenende sommerliches Wetter nach Deutschland zurückkehren. Lediglich am Sonntagnachmittag muss im Westen und Nordwesten mit Schauern oder Gewittern gerechnet werden.

(dapd/dpa)

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