Unwetter : Mehr als 100 Tote nach Tornado in den USA

Ein gewaltiger Tornado hat im US-Bundesstaat Missouri mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen. Der Wirbelsturm demolierte auch eine Klinik. Mindestens 100 Patienten mussten in Sicherheit gebracht werden.

Ein schwerer Tornado hat im US-Bundesstaat Missouri zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. Foto: ReutersWeitere Bilder anzeigen
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23.05.2011 09:44Ein schwerer Tornado hat im US-Bundesstaat Missouri zahlreiche Menschen in den Tod gerissen.

Allein in der Stadt Joplin im Jasper County kamen mindestens 125 Menschen ums Leben. Das Unwetter zog offenbar mitten durch das Stadtzentrum und richtete dort gewaltige Schäden an.

Laut der Zeitung „Kansas City Star“ ist ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen worden. Fotos zeigten ein völlig ramponiertes Gebäude, über das Augenzeugen dem Fernsehsender CNN sagten, es sehe einsturzgefährdet aus.

Möglicherweise habe es in dem St. John's Regional Medical Center auch gebrannt, da Rauch aus dem Gebäude aufgestiegen sei. Die Klinik sei evakuiert und die Patienten in umliegende Notunterkünfte gebracht worden. Nach Medienberichten hat der Sturm medizinische Geräte aus dem Krankenhaus bis zu 100 Kilometer weit weggeschleudert.

Auch an anderen Gebäuden in der Umgebung seien die Fenster herausgeflogen und Dächer teilweise abgedeckt worden. Die Lokalzeitung „The Joblin Globe“ schrieb von „großen strukturellen Schäden“. Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes sagte CNN in einem Telefoninterview, noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen zu haben. „Ich würde sagen, 75 Prozent der Stadt ist praktisch verschwunden. Wir werden sehr viel Hilfe brauchen“, sagte Kathy Dennis.

Der Sturm hatte die Stadt in zwei Teile zerrissen: Der Tornado zog eine zehn Kilometer lange und eineinhalb Kilometer breite Schneise der Verwüstung. Nach Behördenangaben wurde etwa ein Drittel der Stadt in eine Trümmerwüste verwandelt.

Joplin liegt rund 215 Kilometer südlich der Stadt Kansas City im Südwesten Missouris. In Teilen der Region sei das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. Viele Hauptstraßen seien unpassierbar. An einer Universität sei ein Notfall-Zentrum eingerichtet worden. Wegen der katastrophalen Schäden wurden Hilfskräfte aus dem gesamten Umland mobilisiert, auch die Nationalgarde wurde nach Joplin gerufen.

Der Tornado hat nach Angaben der Nationalen Wetterbehörde gegen 17.45 Uhr Ortszeit zugeschlagen. Er war nach Auskunft von Meteorologen von Regen und Hagel verhüllt gewesen, so dass eine frühzeitige Warnung nicht möglich war. Der Sturm war Teil eines riesigen Unwettersystems, dass sich am Sonntag über zahlreiche Staaten erstreckt hatte.

US-Präsident Barack Obama übermittelte den Opfern des Unwetters sein Mitgefühl und würdigte die Arbeit derer, die „in dieser sehr schweren Zeit“ ihren Freunden und Nachbarn helfen. Obama befand sich am frühen Montagmorgen auf dem Weg nach Irland, wo er eine fünftägige Europareise beginnt.

Erst im vergangenen Monat hatte eine Tornadoserie verheerende Schäden in insgesamt sieben US-Bundesstaaten angerichtet. Mehr als 350 Menschen starben, damit war dies die zweitschlimmste Katastrophe dieser Art in der Geschichte des Landes. Derzeit kämpfen außerdem mehrere Bundesstaaten mit einem Jahrhundert-Hochwasser am Mississippi. (AFP/dpa)

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