Unwetter : Norddeutschland unter Wasser

Land unter in Norddeutschland: Schwere Unwetter haben in der Nacht gewütet und auch Teile von Nordrhein-Westfalen unter Wasser gesetzt. Überschwemmte Keller und Straßen, ein not-abgeschaltetes Klärwerk - die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Norddeutschland Foto: dpa
Helfer stehen in der Nacht zum Donnerstag in Satrup nach heftigen Regenfällen neben einem Klärwerk im Wasser. -Foto: dpa

HamburgIn Satrup bei Flensburg wurde ein Klärwerk wegen einer Überschwemmung abgeschaltet. In Mecklenburg-Vorpommern standen zahlreiche Keller und Straßen unter Wasser, ein 28-Jähriger wurde vom Blitz getroffen und schwer verletzt. Starke Regenfälle und Schlammlawinen machten zahlreiche Straßen im Harz in Niedersachsen unpassierbar. In Westfalen war die Feuerwehr nach sintflutartigen Regenfällen auch noch am Donnerstag mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Der Klärwärter in Satrup habe im steigenden Wasser gerade noch die Not-Abschaltung erreichen können, berichtete Kreiswehrführer Walter Behrens. Sonst wären alle Leitungen durchgeschmort. In Tarp lief ein ganzes Wohngebiet voll Wasser. In Großsolt bei Flensburg wurde ein Haus bis zur Dachrinne überflutet. "Das Haus steht in einer Senke. Es kommt langsam wieder zum Vorschein", sagte Behrens, nachdem das Technische Hilfswerk schon seit Stunden Wasser abgepumpt hatte. Der Einsatz wurde auch am Donnerstag fortgesetzt.

Hund aus Fluten gerettet

Schäden meldeten die Feuerwehren unter anderem auch aus den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Dithmarschen und Segeberg. Die Hilfsdienste mussten Tiefgaragen und Keller auspumpen. In einer Straße wurde der Gehweg so weit unterspült, dass mehrere Bäume umstürzten. Ähnliche Szenarien spielten sich in Mecklenburg-Vorpommern ab, nachdem eine Gewitterfront mit Hagel über das Bundesland gezogen war. Dort sorgten vor allem Blitzeinschläge für Schäden: Bäume stürzten um, ein Auto wurde zerstört, ein Mann schwer verletzt. Im westfälischen Münster rettete die Feuerwehr einen Autofahrer und seinen Hund aus den Fluten einer rund 1,20 Meter hoch unter Wasser stehenden Straße. Der Mann habe wohl die Ausmaße der Überflutung des Flüsschen Werse unterschätzt und sei mit seinem Wagen in tiefe Wasser geraten. Erst retteten die Feuerwehrleute in Wathosen Fahrer und Terrier aus dem Auto. Dann befestigten Taucher ein Abschleppseil am Wagen und zogen ihn ins Trockene. (mit dpa)

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