Unwetter : Sturm und Hagel sorgen für Chaos in Deutschland

Hagelstürme mit Körnern in Golfballgröße zogen über weite Teile Deutschlands hinweg und sorgten für entwurzelte Bäume sowie Blitzeinschläge in Häuser. Schulen wurden teilweise geschlossen, Züge entgleisten, der Flugverkehr in München stand still. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt, in Bayern kam ein Mann ums Leben.

Nahe dem bayerischen Hauzenberg bei Passau wurde ein 26-jähriger Quadfahrer von einem herabstürzenden Baum erschlagen. Der Mann sei mit seiner vierrädrigen Maschine an einem Waldstück entlang gefahren, sagte ein Polizeisprecher.

Im oberschwäbischen Baienfurt entgleiste ein Interregiozug mit rund 200 Fahrgästen, der gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen geprallt war. Dabei verletzte sich der Lokführer schwer, wie die Polizei berichtete und zwei Passagiere wurden leicht verletzt. Nach Blitzeinschlägen auf Bauernhöfen starben mehr als 100 Schweine und Rinder. In Konstanz prasselten am Nachmittag große Mengen an Hagel vom Himmel. Die Straßen waren stellenweise bis zu zehn Zentimeter hoch mit Eiskörnern bedeckt. Umgestürzte Bäume legten den Bahnverkehr in der Stadt vollständig lahm.

Auf dem Bodensee musste die Wasserschutzpolizei mehrere Menschen aus Seenot retten. Ein Segler verletzte sich, als sein Boot vor Meersburg gegen das Ufer prallte und sank. Der Wetterdienst Meteomedia hatte am Bodensee Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 156 Stundenkilometern gemessen. Auf der Schweizer Seite des Bodensees wurde ein 31-Jähriger in Romanshorn in seinem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Luzern wurde eine 37-jährige Frau von einem Ast getroffen und verletzt.

Sturm, Blitz und heftige Regenschauer legten am Abend den Flugverkehr in München für eine knappe Stunde lahm. 14 Flüge fielen aus. Andernorts rückten die Rettungskräfte zu hunderten Einsätzen aus. Auch am Stuttgarter Flughafen wurde die Abfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für rund 30 Minuten unterbrochen.

Schon am Morgen waren Gewitterstürme über das nordwestliche Niedersachsen und Bremen gezogen. Am stärksten betroffen war der Landkreis Leer. Dort wurde an allen Schulen der Unterricht abgesagt. Der nahe Emstunnel musste nach einen Blitzeinschlag für den Verkehr gesperrt werden. In der Region setzten Blitze zwei Häuser in Brand. Eine Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung. Weil Bäume in die Oberleitung gestürzt waren, musste der Bahnverkehr zwischen Bremen und Leer gestoppt werden. Tausende Reisende warteten lange auf ihre Züge, teilte die Deutsche Bahn mit.

Bereits in der Nacht zum Dienstag hatten Hagel, Sturm und starker Regen in den Niederlanden erhebliche Schäden angerichtet. Auf den Autobahnen entstanden Staus auf insgesamt fast 350 Kilometer Länge. Züge hatten Verspätungen oder fielen ganz aus. Durch Blitzeinschläge wurde vielerorts die Stromversorgung unterbrochen. (aku/ZEIT ONLINE)

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