Unwetter und Hochwasser : Deutschland ertrinkt im Regen

Es regnet und regnet, die Wasserstände in Deutschland steigen immer weiter an. Autobahnen sind gesperrt, Innenstädte überflutet und die Landwirte befürchten Missernten.

Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

Starker Regen hat die Hochwassergefahr im Süden und Osten Deutschlands weiter erhöht. Dauerregen zum meteorologischen Sommeranfang ließ größere und kleinere Flüsse anschwellen. Bundesstraßen und mehrere Autobahnabschnitte wurden gesperrt. Auf der Autobahn 8 bei Pforzheim trat die Enz über die Ufer und überschwemmte einen Teil der Fahrbahn. Bei Karlsruhe waren die Autobahn 5 und die Bundesstraße 10 nach Erdrutschen blockiert.

In Sachsen werden vor allem an der Mulde und der Weißen Elster bis zum Sonntag steigende Wasserstände und die höchste Alarmstufe vier erwartet. In Sachsen verzichtete die Stadt Grimma vorerst auf eine Evakuierung der Innenstadt. Doch am Sonntag würden wieder steigende Wasserstände der Mulde erwartet, sagte Anne Matthies vom Landeshochwasserzentrum in Dresden.

Extreme Niederschläge verschärften auch in Bayern die Lage. Der Pegelstand der Donau in Passau ist nach Angaben der Polizei auf gut 7,60 Meter angestiegen. Der Höchststand wurde in der Nacht zum Sonntag erwartet. Normalerweise liegt der Pegel bei rund 4,50 Meter. Erst am Montag werde der Regen in Bayern nachlassen, sagte Dirk Mewes vom Deutschen Wetterdienst (DWD). In Thüringen stieg die Zahl der Pegel, an denen die höchste Alarmstufe galt, bis Samstagmittag von sieben auf elf Stationen an.

Auch in Brandenburg sind viele Flüsse über die Ufer getreten. Vor allem im Süden an der Schwarzen Elster sei die Tendenz steigend, sagte der Sprecher des Landesumweltamtes, Wolfgang Genehr, in Cottbus. Meteorologen sagten für Samstag und die Nacht auf Sonntag bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter voraus.

Viele Bauern fürchten um ihre Ernte. Die Landwirte können ihre nassen Wiesen nicht mähen. Kartoffeln drohen im nassen Boden zu verfaulen und der Mais wachse nicht mehr. Spargelbauern hätten bis zu 60 Prozent Ernteausfall. Erdbeeren gibt es bisher so gut wie keine. Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) hat bereits allen Hochwasseropfern schnelle und unbürokratische Hilfe versprochen.

In Baden-Württemberg ist ein 46-jähriger Bauarbeiter in einem Hochwassergebiet verschollen. Auf der Strecke zwischen Rheinfelden in der Schweiz und der Schleuse Kembs wurde die Rhein- Schifffahrt eingestellt. Auf dem Neckar fahren zwischen Stuttgart und Heilbronn seit Freitag keine Schiffe mehr.

Auf der Bahnstrecke zwischen Prag und Berlin gab es witterungsbedingt ebenfalls große Probleme. Die Züge hatten teilweise mehr als 90 Minuten Verspätung. (dpa)

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