Unwetterwarnung : Sturmflut an den Küsten, Schnee in den Alpen

Nach den Ausläufern des Hurrikans "Noel" sorgt Sturmtief "Tilo" am Freitag für neue Unwetter in Deutschland. Die Meteorologen rechnen mit Orkanböen und mit dem ersten Wintereinbruch im Süden.

Sturmspaziergang auf Norderney
Stürmischer Spaziergang. Die Promenade des Nordstrandes der ostfriesischen Insel Norderney. -Foto: dpa

Frankfurt/BochumAn den Küsten und in den Bergen sind Orkanböen zu befürchten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch vorhersagte. Auf der Westseite gelangt arktische Kaltluft nach Süden und bringt den ersten Wintereinbruch. "Schneemänner - und -frauen jeder Größenordnung kann man dann am Wochenende sicher in den Mittelgebirgen und im Alpenraum bauen", sagte Andreas Friedrich vom DWD. Nördlich der Alpen könne es am Sonntag mehr als 50 Zentimeter Schnee geben.

Bei einer Sturmflut sind Nordseeküste und Elberaum besonders gefährdet, wenn der Orkan aus westlicher bis nordwestlicher Richtung weht. Der Sturm drückt dann die Fluten in die Deutsche Bucht und die Elbmündung, wo sich das Wasser staut. Verstärkt wird der Effekt durch Deiche, die das Flussbett verengen. Ein Hinweis auf eine sehr schwere Sturmflut ist, wenn in Hamburg der Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli überschwemmt ist - das ist bei etwa 3,50 Metern über dem Wasserstand Normal Null (NN) der Fall. Das Mittlere Hochwasser wird in Hamburg bei 2,09 Meter über dem Wasserstand Normal Null (NN) angegeben. Bei der "Jahrhundertflut" im Februar 1962 mit einer Hochwassermarke von 5,70 über NN kamen im Hamburger Elbegebiet 347 Menschen ums Leben.

Havarie in der Nordsee

Ein Bananenfrachter hat bei Sturm und sechs Meter hohen Wellen auf dem Weg von Antwerpen (Belgien) nach Hamburg am Dienstagabend zehn Container verloren und ist Leck geschlagen. Durch das Loch in dem Schiff gelangte Öl ins Wasser, teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sicherten das Leck und die Container an Bord der "Duncan Island".

Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen unbeständiges und stürmisches Herbstwetter vorher. Am Donnerstag ist es nach der Vorhersage des Wetterdienstes Meteomedia eher unfreundlich. Die Sonne zeigt sich nur selten, meist ist es stark bewölkt, und gelegentlich regnet es etwas - am Vormittag vor allem im Süden und Westen, am Nachmittag und Abend zunehmend im Norden.

In den Alpen regnet es vormittags zeitweise auch kräftiger, wobei die Schneefallgrenze bei etwa 1000 Meter liegt. Weitgehend trocken bleibt es im äußersten Südwesten sowie auch ganz im Osten. Am Nachmittag legt der Wind wieder an Stärke zu und weht am Abend verbreitet stark aus Südwest. An der Nordsee erreicht er Sturmstärke. Die Nachmittagstemperaturen liegen bei 7 bis 12, an Oberrhein und Ostsee teilweise bei 13 Grad.

Sturmflut erwartet

In der Nacht zum Freitag überquert eine Kaltfront Deutschland von Nordwest nach Südost. Sie bringt teils kräftige Schauer und verbreitet starken Südwestwind mit Sturmböen. An der Nordsee rechnen die Meteorologen mit schweren Sturmböen und einer Sturmflut. Die Schneefallgrenze sinkt in tiefe Lagen. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 1 und 6 Grad.

Am Freitag steht mit starkem Westwind Schauerwetter auf dem Programm. Schnee fällt meist bis auf etwa 400 Meter, im Flachland mischt sich auch Regen und Graupel dazu. Zeitweise sonnig wird es nur ganz im Norden. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag nur noch 2 bis 7 Grad

Am Samstag bleibt es unbeständig und vor allem im Süden stürmisch. Hier gibt es auch die meisten Schauer, in den Alpen ist in mittleren Lagen mit beträchtlichem Neuschneezuwachs zu rechnen. Nach Norden hin bleibt es etwas freundlicher. Das Quecksilber steigt auf 4 bis 9 Grad. (mit dpa)

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