Unwetterwarnungen in Deutschland : Hochwassergefahr hält an

In Deutschland herrscht seit Tages extrem regnerisches Wetter - und daran wird sich bis zum Samstagabend wenig ändern. Vor allem Süden des Landes steigt die Hochwassergefahr noch einmal drastisch an.

Nach starken Gewittern hat die Feuerwehr auch am Mittwoch vielerorts in Deutschland gegen wachsende Fluten gekämpft. Das Hochwasser legte zunehmend den Verkehr lahm. Besonders brenzlig war die Lage im niedersächsischen Sarstedt. Auch in Teilen Hessens und Bayerns nahm die Hochwassergefahr zu. Bis Anfang nächster Woche ist - außer im Norden - weiter mit viel Regen zu rechnen. Auf dem Bild zu sehen: Der Fluss Innerste in Giesen im Landkreis Hildesheim, der über die Ufer getreten ist.Alle Bilder anzeigen
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30.05.2013 11:32Nach starken Gewittern hat die Feuerwehr auch am Mittwoch vielerorts in Deutschland gegen wachsende Fluten gekämpft. Das...

Die extremen Regenfälle haben Deutschland weiter fest im Griff: Nach tagelangen Niederschlägen erhöhte sich am Freitag vor allem im Süden des Landes die Hochwassergefahr noch einmal massiv. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) drohten am bayrischen Alpen-Nordrand bis zum Samstagabend „extreme Unwetter“ mit teils weit mehr als 120 Litern Regen je Quadratmeter.

Bis Freitagnachmittag fielen am Alpenrand schon Regenmengen von etwa 36 Liter je Quadratmetern gefallen, an einzelnen Messpunkten mehr als 50 Liter, wie ein DWD-Sprecher in Offenbach sagte. An der Station Aschau-Stein seien 69 Liter binnen 18 Stunden gemessen worden. Unwetterwarnungen der nächst niedrigeren Kategorie wegen sehr starken Dauerregens galten auch für weitere Gebiete im südlichen Bayern sowie in Baden-Württemberg.
In Bayern und Baden-Württemberg verschärfte sich die Hochwasserlage am Freitag bereits. In Bayern war zunächst vor allem Franken betroffen, teilte die Hochwassernachrichtenzentrale des bayrischen Landesamts für Umwelt am Freitag mit. An einigen Pegeln an der Regnitz, aber auch am oberen Main würden bebaute Gebiete und Straßen überflutet.

Auch die Hochwasservorhersagezentrale in Baden-Württemberg meldete wegen des starken Regens einen „raschen Anstieg der Wasserstände“, vor allem im Nordosten des Landes. Am Neckar und seinen Nebenflüssen entwickelten sich „zum Teil größere Hochwasser“, wie sie statistisch alle zwei bis zehn Jahre zu erwarten seien.
Wegen der erwarteten neuen starken Regenfälle im Süden erwarteten die Behörden in Bayern und Baden-Württemberg für die kommenden Tage auch eine Verschärfung der Situation an der Donau und ihren Zuläufen teils kräftige Anstiege der Pegel.

Nach DWD-Angaben waren im südlichen Bayern und Baden-Württemberg bis Samstag flächendeckend Niederschläge von 40 bis 70 Liter Regen je Quadratmeter zu erwarten. Für Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt galten zudem Unwetterwarnungen wegen Gewittern und Starkregen. Auch in Teilen Thüringens, Mecklenburg-Vorpommerns, Hessens und weiterer Bundesländer warnten die Meteorologen vor Dauerregen und Gewittern, wenngleich die Unwetterwarnstufe dort nicht erreicht wurde.

In dem seit Tagen von Hochwasser geplagten Süd- und Ostniedersachsen entspannte sich die Lage nach Angaben der Behörden zunächst wieder etwas. In Hannover ertrank am Donnerstag allerdings eine Radfahrerin, als sie auf einer für den Verkehr eigentlich gesperrten überfluteten Landstraße stürzte und in der starken Strömung abtrieb.

In Deutschland herrscht seit Tagen extrem regnerisches Wetter. Der Mai war nach einer vorläufiger Auswertung des DWD in Deutschland ungewöhnlich nass. Die Niederschlagsmenge lag 178 Prozent über dem langjährigen Schnitt. Schuld ist ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa, das ständig feucht-warme Luftmassen anzieht, die anschließend abregnen.
Die Böden in Deutschland sind nach Angaben des Wetterdienstes inzwischen so durchnässt wie seit 50 Jahren nicht mehr. 40 Prozent der Fläche seien von Bodenfeuchten betroffen, wie sie zuletzt 1962 gemessen worden seien, teilte der DWD am Freitag mit. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche sei davon betroffen. Die negativen Auswirkungen hielten sich noch in Grenzen, vielerorts würden aber die Feldarbeiten durch die aufgeweichten Böden behindert. (AFP)

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