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Urban Outfitters provoziert nicht zum ersten Mal : Ärger wegen Dekorationsstoff im KZ-Design

Es geht um Dekorationsstoff, der im Design der Kleidung eines KZ-Häftlings hergestellt sein soll. Die amerikanische Boutiquenkette Urban Outfitters ist nicht das erste Mal durch diesen Designstil aufgefallen.

Erinnert dieses Design der Kette Urban Outfitters an die Kleidung von KZ-Häftlingen?
Erinnert dieses Design der Kette Urban Outfitters an die Kleidung von KZ-Häftlingen?Foto: Anti-Defamation League

Die amerikanische Boutiquenkette Urban Outfitters hat schon wieder mit einem Artikel Erinnerungen an die Nazi-Zeit hervorgerufen. Das Unternehmen habe in seinen Läden Dekorationsstoff verkauft, der wie die Kleidung eines KZ-Häftlings aussehe, behauptet die sogenannte Anti-Defamation League (auf Deutsch: Antidiffamierungsliga).

Nach Angaben der New Yorker Bürgerrechtsorganisation zeigt das Muster helle und dunkelgraue Streifen und ein rosa Dreieck, wie es homosexuelle Gefangene als Kennzeichnung in Konzentrationslagern tragen mussten. Das Muster sei eine „beklemmende Erinnerung“ an die Konzentrationslager, hieß es von dem Verband. „Ob gewollt oder nicht, dieses Muster mit dem rosa Winkel ist höchst beleidigend und sollte nicht einfach ein Teil der Populärkultur werden.“ Das Unternehmen war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bei der Anti-Defamation League handelt es sich um eine Organisation, die laut ihrer Homepage etwa 30 Regionalbüros in den USA und eines in Israel führt. Sie wurde im Jahr 1913 gegründet und kämpft nach eigenen Angaben gegen Antisemitismus und Bigotterie.

Die Modekette sorgt nicht das erste Mal für Aufregung

Es hatte vor drei Jahren schon mit einem gestreiften Hemd Aufsehen erregt, auf dem ein gelber Stern genäht war. Damals hatte Urban Outfitters beteuert, dass das Model nie für den Verkauf bestimmt war. Auch damals hatte die Anti-Defamations League den Artikel der Firma beanstandet und kritisiert. Das Hemd ist gelb und hat einen Stern auf der rechten Brust, der entfernt an jenen Sternen erinnert, den Juden vom Jahr 1939 an im besetzten Polen und ab 1941 auch im Deutschen Reich tragen mussten. Designt wurde das Shirt für Urban Outfitters damals von der dänischen Firma Wood Wood, die sich später damit entschuldigte, es handle sich nur um einen Prototypen.

In einem weitern Fall sorge die US-Modefirma mit einem Blutspritzer-Aufdruck auf einem Sweatshirt für einen Sturm der Entrüstung. Das Sweatshirt trug das Logo der Kent-Universität im US-Bundesstaat Ohio - eine Anspielung auf die Schießerei in der Hochschule bei der im Jahr 1970 vier Menschen ums Leben kamen. „Wir nehmen es einem Unternehmen sehr übel, unser Leid für seine Aufmerksamkeit und Profit zu nutzen“, teilte die Hochschule mit. „Dieser Artikel ist jenseits von schlechtem Geschmack und verharmlost den Verlust von Leben, der die Kent State-Gemeinschaft bis heute schmerzt.“ Auf Twitter und auf der Facebook-Seite des Unternehmens überschlugen sich die Kommentare wütender Nutzer. Im aktuellen Fall wird es kaum anders sein.

Aufgrund der Häufigkeit der Provokationen liegt die Vermutung nahe, dass die Modeketten absichtlich Aufmerksamkeit erregen möchte - was für Designer nicht ungewöhnlich ist. Urban Outfitters scheint jedoch wiedermal unter die Gürtellinie designt zu haben. (rok mit dpa)

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