Ursachenforschung : Bahn befragt Personal des defekten ICE-Zugs

Am Freitag hat es wieder einen Defekt in einem ICE gegeben - und wieder bleibt die Ursache zunächst rätselhaft. Das Zugpersonal soll jetzt Auskunft erteilen.

Leipzig/EisenachUm die Ursache für den erneuten Zwischenfall mit einem ICE am Freitag bei Eisenach zu finden, will die Bahn nun das Personal des defekten Zuges befragen. Das werde aber wegen des Schichtbetriebs der Bahnmitarbeiter erst Anfang kommender Woche sein, sagte eine Bahnsprecherin am Samstag in Leipzig. Der ICE-T mit Neigetechnik hatte auf dem Weg von Dresden nach Frankfurt/Main im Bahnhof Eisenach regulär angehalten, als das sogenannte Heißläufer-Ortungsgerät für die Bremsen angeschlagen hatte.

Die "Thüringer Allgemeine" berichtete am Samstag, dass ein Schaffner die Reisenden per Lautsprecher über eine defekte Radachse informiert hatte. Dies habe sich nach der Untersuchung durch ein Technikerteam, das umgehend nach Eisenach geschickt wurde, zum Glück als nicht zutreffend erwiesen, so die Sprecherin.

Genervte Fahrgäste in überfülltem Zug

Der defekte Triebwagen wurde nach dem Störfall abgekoppelt. Die Reisenden mussten in einen anderen Zugteil umsteigen. Nervig für einige Fahrgäste: Nicht jeder konnte in dem übervollen Zug einen Sitzplatz ergattern.

Das Ganze passierte gegen 16 Uhr. Bereits knapp eine halbe Stunde später konnte der ICE weiterfahren. Die Sache sei ärgerlch, sagte der stellvertretende Sprecher Personenverkehr der Bahn, Holger Auferkamp, am Freitagabend. "Es bestand aber keine Gefahr. Die Sache hat definitiv nichts mit Achsen und Rädern zu tun."

Am 9. Juli war im Kölner Hauptbahnhof ein ICE wegen einer defekten Radsatzwelle entgleist. Nach dem Kölner Unglück waren alle 61 ICE-3 Züge untersucht und keine weiteren Fehler gefunden worden. Vom Typ ICE-T mit Neigetechnik hat die Bahn nach Angaben auf ihrer Internetseite 71 Züge in Betrieb. (mpr/dpa)

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