Urteil : 19-Jährige verbrüht Kind - viereinhalb Jahre Haft

Aus Überforderung und Eifersucht schlug sie einen dreijährigen Jungen mit dem Kopf auf den Boden und verbrühte ihn absichtlich beim Baden - nun muss die 19-jährige Täterin für viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

NeubrandenburgWeil sie einen dreijährigen Jungen misshandelte und lebensgefährlich verletzte, hat das Landgericht Neubrandenburg eine 19-Jährige zu viereinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Die Jugendkammer des Landgerichts Neubrandenburg befand die Frau aus Waren (Mecklenburg-Vorpommern) am Dienstagabend der Misshandlung Schutzbefohlener für schuldig. Den Vorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen. Die Verurteilte hatte vor Gericht zugegeben, Nico - den Sohn ihres Freundes - misshandelt zu haben. Als Grund gab sie Überforderung bei der Betreuung von drei kleinen Kindern und Eifersucht auf den Jungen an. Das Kind überlebte nur knapp.

Die Vorfälle ereigneten sich Anfang des Jahres in der Wohnung des 27-jährigen Freundes. "Das Verhältnis zwischen beiden ist zu einem Machtkampf eskaliert", sagte der Vorsitzende Richter Carl-Christian Deutsch in der Urteilsbegründung. So wie die Frau zu handeln, sei aber "durch nichts zu erklären". Sie hatte zum Tatzeitpunkt ein sechs Monate altes Baby, daneben betreute sie zwei Kinder des Freundes aus einer früheren Beziehung: Nico und seine fünfjährige Schwester. Der Freund, der nachts als Gebäudereiniger arbeitet, soll bei keinem der Vorfälle anwesend gewesen sein. Gegen ihn, die leibliche Mutter Nicos sowie gegen das Kreisjugendamt wird noch ermittelt.

Die Misshandlungen sollten nach Angaben der Verurteilten eine Bestrafung für den Jungen sein, der nicht auf sie hören wollte. Die Kopfverletzungen wurden erst bekannt, als Ärzte in einer Klinik den Jungen mit seinen schweren Verbrühungen behandelten. (sgo/dpa)

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