Urteil : 220.000 Dollar Strafe für 24 illegale Musik-Downloads

Der erste Prozess in den USA um Musikpiraterie im Internet ist mit einer saftigen Geldstrafe für die 30-jährige Angeklagte ausgegangen. Mit der Strafe kam die Frau sogar noch glimpflich davon.

ChicagoZwölf Geschworene befanden die alleinstehende Mutter im US-Bundesstaat Minnesota für schuldig, die Urheberrechte führender Plattenfirmen verletzt zu haben. Das berichtete die Musikzeitschrift "Billboard". Der US-Phonoverband Recording Industry Association of America (RIAA) warf der 30-Jährigen vor, sie habe unter dem Benutzernamen "tereastarr" über den Internetservice Kazaa rund 1700 Musikdateien verbreitet. Bei dem Prozess sei es aber nur um 24 dieser Lieder gegangen, berichtete die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg. Mit dabei waren zum Beispiel die Songs "Iris" von der US-Rockband Goo Goo Dolls und "Welcome To The Jungle" (Willkommen im Dschungel) von den Guns N'Roses.

Für jeden der 24 Songs muss die Frau 9.250 Dollar bezahlen. Eine Sicherheitsfirma, die von der Musikindustrie angeheuert wurde, entdeckte die Dateien auf der Festplatte der Frau. Die 30-Jährige hatte eine außergerichtliche Einigung abgelehnt, bei der sie mit einer geringeren Strafe davon gekommen wäre. Stattdessen zog sie vor Gericht und stritt die Vorwürfe von Verbreitung illegaler Downloads ab. Wäre sie für alle auf ihrem Computer gefundenen mehr als 1700 Downloads zur Kasse geben worden, wäre ein Bußgeld in Millionenhöhe fällig geworden.

In den vergangenen Jahren hatte die RIAA ähnliche Verfahren gegen tausende Tauschbörsennutzer angestrengt. Dies war die erste Klage, in der eine Jury abstimmen musste. Insgesamt hatte die Musikindustrie nach Angaben von "Bloomberg" 26.000 Klagen eingereicht. Etwa 8000 Rechtsstreits seien mit Vergleichen beigelegt worden, in der Regel gegen eine Zahlung von ungefähr 3000 Dollar. Einige Klagen wurden abgewiesen, zum Beispiel weil die Betroffenen Kinder waren. (mit dpa)

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