Urteil : Concorde-Asturz: Continental Airlines sind schuld

Gut zehn Jahre nach dem Absturz eines Concorde-Überschalljets der Air France in Paris, bei dem 113 Menschen starben, hat ein französisches Gericht am Montag auch einen juristischen Schlussstrich unter die Katastrophe gezogen.

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Für die Hinterbliebenen hat das Urteil keine finanzielle Bedeutung mehr.
Für die Hinterbliebenen hat das Urteil keine finanzielle Bedeutung mehr.Foto: Reuters

Die amerikanische Fluggesellschaft Continental Airlines wurde zu einer Geldstrafe von 200 000 Euro sowie einer Schadensersatzzahlung von einer Million Euro an die Air France verteilt. Ein Continental-Mitarbeiter erhielt eine 15-monatige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Für die deutschen Hinterbliebenen hat das Urteil nur noch symbolische Bedeutung. Für 700 Hinterbliebene war damals Schmerzensgeld und Schadenersatz nach US-Maßstäben ausgehandelt worden. Es soll ein dreistelliger Millionenbetrag geflossen sein.

Die Richter bestätigten mit ihrem Urteil den Untersuchungsbericht, wonach eine am 25. Juli 2000 vor der Concorde auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle gestartete McDonnell Douglas DC-10 von Continental einen Metallstreifen verloren hatte, der ohne Zulassung an einem Triebwerk angebracht worden war. Er ließ einen Reifen des nachfolgenden Überschalljets platzen. Teile davon wurden gegen die Tragfläche geschleudert und ließen einen Treibstofftank platzen. Das Kerosin entzündete sich und die Concorde stürzte eine Minute nach dem Start in ein Hotel des Pariser Vorortes Gonesse. Die 100 Passagiere – darunter 96 Deutsche –, neun Besatzungsmitglieder und vier Menschen am Boden starben in dem Inferno.

Urteil im Prozess um Concorde-Absturz
29. November 2012: Vor zwölf Jahren stürzte eine Concorde in der Nähe von Paris ab, dabei starben 133 Menschen, darunter 97 Deutsche. Nun wurde die US-Fluggesellschaft Continental im Berufungsverfahren freigesprochen.Alle Bilder anzeigen
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Ein zweiter Continental-Mechaniker wurde vom Gericht ebenso freigesprochen wie zwei Air-France-Mitarbeiter und der frühere Chef des Concorde-Programms beim französischen EADS-Vorgänger Aerospatiale. Ihnen war vorgeworfen worden, von den Schwachstellen bei dem Überschalljet gewusst zu haben. Denn vor dem Absturz hatte es bereits häufiger ähnliche Probleme gegeben. So hatten Teile zweier platzender Reifen bereits 1979 bei einem Start in Washington die Tragfläche einer Concorde durchschlagen, ein Triebwerk, drei Tanks, Hydraulikleitungen und Stromkabel beschädigt. Doch erst nach der Katastrophe von Paris waren die Tanks durch Kevlar-Matten verstärkt und festere Reifen installiert worden. Am 7. November 2003 hatten die beiden einzigen Betreiber des Überschalljets, Air France und British Airways, damit den Concorde-Betrieb wieder aufgenommen. Doch eineinhalb Jahre später wurden die Flüge 27 Jahre nach der Einführung des Modells aufgrund des geschwundenen Vertrauens der Passagiere und der hohen Kosten endgültig eingestellt.

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