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Urteil des Bundesgerichtshofs : Musiktausch im Netz: Richter schützen Familien vor Abmahnwelle

15.11.2012 17:21 Uhr
Eltern sollten ihren Kinder genau erklären, welche Downloads erlaubt sind - und welche nicht.Bild vergrößern
Eltern sollten ihren Kinder genau erklären, welche Downloads erlaubt sind - und welche nicht. - Foto: dpa

UpdateEltern müssen für den illegalen Musiktausch eines minderjährigen Kindes grundsätzlich nicht haften, wenn sie das Kind ausreichend über das Verbot einer Teilnahme an Internettauschbörsen belehrt haben.

Die neusten Songs aus den Charts sind im Internet oft nur ein paar Mausklicks entfernt. Kinder und Jugendliche können sich so schnell große Musiksammlungen erstellen - und merken dabei womöglich nicht, dass sie etwas Illegales tun. „Jugendliche sind sich oft nicht im Klaren darüber, dass mit den meisten Musikstücken gewisse Rechte verbunden sind“, sagt Kristin Langer, Mediencoach der Initiative „Schau hin! Was deine Kinder machen“.
Eltern sollten ihren Kinder daher genau erklären, welche Downloads erlaubt sind - und welche nicht.

Tun sie das nicht, drohen ihnen empfindliche Strafen: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Donnerstag entschieden, dass Eltern für den illegalen Musiktausch von minderjährigen Kindern nur dann nicht haften müssen, wenn sie ihren Nachwuchs ausreichend über das Verbot von unrechtmäßigen Downloads belehrt haben.

In dem Fall hatte ein 13-Jähriger illegal Musik heruntergeladen und im Netz verbreitet, seine Eltern waren von der Vorinstanz des BGH zu 3000 Euro Schadenersatz verurteilt worden. Der BGH hob diese Entscheidung auf.

Illegal bleibt das Herunterladen und Weiterverbreiten von urheberrechtlich geschützter Musik und anderen Dateien aber trotzdem.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema im Überblick:

Kann ich Filesharing-Seiten und Programme technisch blocken? Grundsätzlich schon, allerdings nicht vollständig. Filtersoftware sperrt zwar Seiten mit illegalen Angeboten. Solche Lösungen funktionieren allerdings nur begrenzt und sind eher für jüngere Kinder geeignet, erklärt Kristin Langer: „Je älter Jugendliche werden, desto eher fühlen sie sich davon begrenzt und können solche Programme auch aushebeln.“ Außerdem blockiert Filtersoftware immer nur Webseiten - vom Browser unabhängige Programme zum Austausch von Musik oder Filmen funktionieren aber weiter.

Gibt es legale Alternativen? Ja, und zwar mehr, als man denkt: Erstens ist nicht jedes Musikstück im Internet urheberrechtlich geschützt. Medien mit einer sogenannten Creative-Commons-Lizenz können frei heruntergeladen und genutzt werden. Kostenlos sind auch Aufnahmen von Internetradios. Mit einer Software wie Radiofx lassen sich die Songs daraus mitschneiden und dauerhaft auf der Festplatte speichern.

Eine weitere Möglichkeit ist ein kostenpflichtiges Abonnement bei einem Streamingdienst für Musik. Für etwa fünf Euro im Monat erhalten Nutzer bei Anbietern wie Rdio, Simfy oder Spotify unbegrenzten Zugriff auf umfangreiche Musikbibliotheken. Der Vorteil: Solche Angebote passen gut zum heutigen Medienkonsum. „Jugendlichen geht es meist darum, eine möglichst große Auswahl an Musik zu haben und viel durchhören zu können“, erklärt Langer. Allerdings seien die Musikflatrates nur für etwas Ältere geeignet, warnte die Expertin: „Da können auch mal Lieder mit nicht jugendfreien Texten dabei sein.“ Wann sollte ich mein Kind über Recht und Unrecht im Internet aufklären? So früh wie nötig, sagen Experten. Illegale Downloads sind in der Regel zwar das Problem etwas älterer Kinder. Mediencoach Langer empfiehlt aber grundsätzlich, Kinder schon früh beim Surfen zu begleiten. Denn so müssen Eltern im Idealfall nicht erst eingreifen, wenn es zu spät ist: „Wenn ich schon im Grundschulalter dabei bin, kann ich viel besser eine Vertrauensbasis für später aufbauen, auf die ich mich dann später verlassen kann.“ (dpa)

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