Urteil in Los Angeles : Jacksons Arzt der fahrlässigen Tötung schuldig

Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray muss wegen fahrlässiger Tötung ins Gefängnis. Fans des "King of Pop" feiern den Schuldspruch mit Jubelchören.

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Ausdruckslos. Conrad Murray verfolgt im Gerichtssaal die Urteilsverkündung.Weitere Bilder anzeigen
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07.11.2011 23:33Ausdruckslos. Conrad Murray verfolgt im Gerichtssaal die Urteilsverkündung.

Unerwartet lang brauchten die zwölf Geschworenen, um zu einem einstimmigen Urteil zu gelangen, fast volle zwei Tage. Trägt Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray Schuld am Tod des „King of Pop“ am 25. Juni 2009? Ihre Antwort vor dem Gericht in Los Angeles kam am Montag: Ja. Nach den Plädoyers in der vergangenen Woche hatten viele Beobachter mit einer schnellen Verurteilung gerechnet.

Im Kern ging es um die Frage, wer Jackson die starke Dosis des Betäubungsmittels Propofol verabreicht hatte, um ihm gegen seine Schlafstörungen zu helfen. War es der Arzt gewesen und hatte er seinen Patienten trotz der starken Wirkung der Substanz unbeobachtet gelassen? So begründete die Staatsanwaltschaft die Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung. Oder hatte Jackson das Mittel selbst in seinen Körper geleitet, nachdem der Arzt den Raum verlassen hatte, wie die Verteidigung behauptete?

Nach der Vernehmung der medizinischen Sachverständigen hatten nur noch wenige geglaubt, dass der 58-jährige Murray straflos davonkommt. Zu eindeutig waren die Hinweise, dass der Arzt seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen war. Selbst Zeugen der Verteidigung legten diese Bewertung nahe. Auch der Umstand, dass Murray die Möglichkeit, die Abläufe aus seiner Sicht zu schildern, am Ende nicht nutzte, trug zum Eindruck bei, für ihn sei da nichts mehr zu retten.

Michael Jackson
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29.07.2009 08:31Michael Jackson.

Knapp sechs Wochen hatte der Prozess vor dem Obersten Bezirksgericht in Los Angeles gedauert. 49 Zeugen wurden vernommen und hunderte Beweisstücke in die Verhandlungen eingeführt. Staatsanwalt David Walgren setzte emotionale Bilder ein, um die Jury zu überzeugen. Er ließ Aufnahme von der letzten Bühnenprobe des Sängers auf eine Videoleinwand projizieren sowie Bilder von Jacksons Kindern Prince, Paris und Blanket bei der Trauerfeier. Das rührte viele im Gerichtssaal zu Tränen. „Sie haben ihren Vater verloren“, deshalb nehme dieser Fall für Jacksons Kinder kein Ende, warb der Ankläger um eine Frontstellung zwischen dem Arzt auf der einen und der Familie des Popstars auf der anderen Seite.

Lesen Sie auf Seite 2, wie der sechswöchige Prozess ablief.

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