Urteil : Karsten Speck muss wieder ins Gefängnis

Der Schauspieler Karsten Speck muss wieder eine Gefängnisstrafe antreten. Das Landgericht Frankfurt an der Oder verurteilte Speck am Montag wegen Betruges und Steuerhinterziehung zu fünf Jahren Haft.

Karsten Speck.
Karsten Speck.Foto: dapd

Karsten Speck nahm das Urteil ohne äußerliche Regung hin. "Es war ja keine Überraschung", sagte sein Verteidiger Götz Reuker am Montag. Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilte den 50-jährigen Schauspieler überraschend schnell schon am dritten Prozesstag zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren wegen Betrugs und Steuerhinterziehung.

Damit muss Speck ein zweites Mal in Haft. Schon nach dem Urteil des Landgerichts Dortmund wegen Immobilienbetrugs von 34 Monaten hatte er von Herbst 2005 bis Sommer 2007 eingesessen - allerdings einen Teil im offenen Vollzug. Im Richterspruch wurde das damalige Urteil in die Gesamtstrafe einbezogen.

Der vor allem durch die ZDF-Serie "Hallo Robbie!" bekannte Speck war angeklagt, gemeinsam mit seiner Frau in den Jahren 2002 bis 2005 Gläubigern eine hohe sechsstellige Summe vorenthalten zu haben. Zudem soll das Ehepaar die Einkommenssteuer gemindert haben.

Hintergrund waren Verbindlichkeiten des Paars aus fehlgeschlagenen Immobiliengeschäften in den 1990er Jahren, die sich laut Staatsanwaltschaft auf 17,2 Millionen D-Mark beliefen. Verurteilt wurde Speck am Montag lediglich für jene Betrugsfälle, die seine Einnahmen aus den Jahren 2002 und 2003 betrafen, sowie die entsprechend verkürzten Einkommenssteuern für diese beiden Jahre.

Das Verfahren hinsichtlich der späteren Vorwürfe stellte die Kammer ein. Zuvor hatten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger darauf verständigt, dass Speck nur für diese beiden Jahre und höchstens zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt wird, sofern er diese Taten gesteht. Reuker teilte daraufhin mit, dass Speck die Tatvorwürfe für diese beiden Jahre einräume.

Richter spricht von sehr hohem Schaden

Damit habe Speck in einem frühen Stadium gestanden und die Beweisaufnahme erheblich verkürzt, hielt der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs dem Angeklagten in der Urteilsbegründung zugute.

Ursprünglich war ein Urteil frühestens für Mitte Januar, eher später erwartet worden. Andererseits sei die Schadenssumme sehr hoch gewesen, sie habe in beiden Jahren jeweils über 100.000 Euro betragen, sagte Fuchs. Vorbestraft sei Speck bei der Begehung der jetzt verurteilten Taten allerdings nicht gewesen, denn das Dortmunder Urteil wurde erst im November 2004 gefällt.

Der Verteidiger sprach von einem "erträglichen Ergebnis" für Speck. Sein Mandant habe in den vergangenen zehn Jahren "bitter dafür gebüßt, dass er Fehler gemacht" habe. Er sei aber "mit Sicherheit nicht die treibende Kraft" gewesen.

Specks Frau Cora war 2009 in Dortmund wegen Immobilienbetrugs zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Auch gegen Specks Schwiegereltern, auf deren Firmenkonto laut Anklage ein Teil seiner Einnahmen geflossen sein sollen, wurden Strafbefehle beantragt. Ein früherer Treuhänder Specks, der mittlerweile in Prag wohnen soll, erschien erst gar nicht als Zeuge. Unklar war, ob ihn die Ladung erreicht hatte.

Speck äußerte nur wenige Sätze

Speck selbst äußerte in dem kurzen Prozess nur wenige Sätze. "Es war durch das Verfahren schwieriger geworden, ein Engagement zu bekommen", sagte der Schauspieler. Auf die Frage des Richters, ob er im Moment ein Engagement habe, antwortete Speck: "Nein." Sein Verteidiger kündigte nach dem Urteil an, dass er an einer schnellen Urteilsvollstreckung interessiert sei. Er verwies darauf, dass in die jetzt gebildete Gesamtstrafe das Dortmunder Urteil einbezogen wurde, für das Speck schon rund 22 Monate in Haft gesessen habe.

Zudem ordnete das Frankfurter Landgericht als Entschädigung für die lange Dauer des jetzigen Verfahrens an, dass neun Monate der am Montag verhängten Freiheitsstrafe bereits als vollstreckt gelten. Immerhin datiert die Anklage schon vom Sommer 2007. Die Verteidigung geht deshalb davon aus, dass Speck schon Ende kommenden Jahres wieder frei sein könnte. (dapd/dpa)

5 Kommentare

Neuester Kommentar