Urteil : Kevins Ziehvater muss für zehn Jahre in Haft

Er bewahrte seinen toten Ziehsohn im Kühlschrank auf, als er gefasst wurde. Nun haben die Richter ein Urteil im Kevin-Prozess gesprochen.

BremenIm Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Kevin aus Bremen hat das Landgericht den Ziehvater zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es in ihrem Urteil als erwiesen an, dass Bernd K. den zweijährigen Sohn seiner verstorbenen Lebensgefährtin brutal misshandelte. Das habe zum Tod des Jungen geführt.

Verurteilt wurde der 43-jährige wegen Köperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung eines Schutzbefohlenen. Die Richter ordneten zugleich an, dass K. zu einem späteren Zeitpunkt in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Zuvor muss er aber drei Jahre seiner Haftstrafe abgebüßt haben.

Mitarbeiter des Jungendamts müssen sich verantworten

Mit ihrem Urteil blieben die Bremer Richter hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte 13 Jahre Haft wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung hielt dem erfolgreich entgegen, dem Angeklagten sei höchstens Körperverletzung mit Todesfolge anzulasten. Beide Seiten gingen in dem Prozess übereinstimmend davon aus, dass der drogensüchtige K. zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war.

Im Kühlschrank des Angeklagten hatten Polizisten im Oktober 2006 die Leiche des Zweijährigen entdeckt, als das Jugendamt Kevin mit ihrer Hilfe in Obhut nehmen wollte. Zu diesem Zeitpunkt war der Junge bereits seit mehreren Monaten tot. Bei der Obduktion fanden Rechtsmediziner an seinem Körper diverse Knochenbrüche. Zwei Mitarbeiter des Jugendamts, unter dessen Vormundschaft er seit dem Tod seiner Mutter stand, müssen sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen bald ebenfalls vor Gericht verantworten. (sf/AFP)

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