Urteil : Lange Haftstrafe wegen "Ehrenmordes" an 20-Jähriger

Im Prozess um den sogenannten Ehrenmord an einer 20 Jahre alten Frau hat das Landgericht Hagen den angeklagten Cousin des Opfers zu 14 Jahren Haft verurteilt. Der Mann hat die junge Frau nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit seinem inzwischen flüchtigen Onkel auf einem Parkplatz der A 45 erschossen.

HagenDas Gericht blieb mit seinem Urteil nur knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von 15 Jahren Haft. Ob der Angeklagte oder sein Onkel die tödlichen Schüsse abgegeben hatte, konnte nach Ansicht des Gerichts nicht geklärt werden. Der Onkel ist derzeit noch flüchtig.

Der Angeklagte syrischer Herkunft hatte in dem Prozess eine willentliche und wissentliche Tatbeteiligung bestritten und erklärt, von seinem Onkel zu der Tat gezwungen worden zu sein. Demnach war er mit ihm auf den Parkplatz an der A 45 bei Lüdenscheid gefahren. Dort habe der Onkel dann den Kofferraum des Pkw geöffnet und den 21-Jährigen mit einer Waffe dazu gezwungen, eine darin liegende Person herauszuheben. Erst später habe der Angeklagte erkannt, dass es sich bei dem gefesselten Menschen um seine Cousine handelte.

Auf einer Wiese soll der Onkel nach Angaben des Angeklagten dann mindestens zwei Schüsse aus seiner mitgeführten Pistole abgegeben haben. Zur Begründung habe sein Onkel erklärt, er sei mit dem Lebenswandel seiner Nichte nicht zufrieden gewesen. (smz/ddp/dpa)

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