Urteil : Lebenslange Haft für Samurai-Mörder

Im Münchner Prozess um den so genannten Samurai-Mord ist der 24-jährige Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem eine besondere Schwere der Schuld fest.

München - Der Angeklagte hatte im Prozess vor dem Münchner Schwurgericht gestanden, im Juni 2005 in seiner Wohnung zwei 20 Jahre alte Kosmetikschülerinnen erstochen zu haben. Bei den Opfern handelte es sich um seine Ex-Lebensgefährtin sowie deren Freundin. Der Mann gab an, seine Ex-Freundin im Streit aus Eifersucht mit Messerstichen in den Oberkörper getötet zu haben. Die andere junge Frau habe er erstochen, weil sie die Tat beobachtet habe. Anschließend zerstückelte der Angeklagte die Leichen mit einem Samurai-Schwert und verteilte die Körperteile im oberbayerischen Landkreis Traunstein.

"Der Plan ging nicht auf"

Der Angeklagte nahm sowohl Urteilspruch als auch die anschließende Begründung zwar aufmerksam aber ohne jegliche äußere Regung auf. Der Vorsitzende Richter betonte in der Urteilsbegründung, dass der 24-jährige kaufmännische Angestellte im Laufe der Verhandlung keine echte Reue gezeigt habe. Zu der Tat kam es nach Ansicht des Gerichts, weil der Angeklagte seine Ex-Freundin provozieren und leiden sehen wollte. Der Plan sei aber nicht aufgegangen, weil sich sein späteres Opfer nicht habe demütigen lassen. Darum habe sie sterben müssen. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Verteidiger Peter Guttmann kündigte Revision an. "Die vom Gericht festgestellte besondere Schwere der Schuld ist nicht akzeptabel", sagte Guttmann nach der Verhandlung. (tso/ddp)

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