Urteil : Rattengift im Bier: Lebenslange Haft für Mordversuch

Eine Frau schüttete ihrem Mann mindestens ein Gramm Rattengift ins Bier. Sie habe ihm Schmerzen zufügen wollen, sagte sie später. Der Mann ist seitdem im Wachkoma.

Essen Weil sie ihrem Mann Rattengift ins Bier gemischt hat, ist eine 44-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Essen befand die Frau am Freitag des versuchten Mordes für schuldig. Im Oktober 2007 hatte die Angeklagte ihrem Mann mindestens ein Gramm Rattengift ins Bier geschüttet. Daraufhin war der 50-Jährige schwer erkrankt. Inzwischen liegt er mit bleibenden Hirnschäden in einer Art Wachkoma. "Der Mann ist mehr tot als lebendig", sagte der Vorsitzende Richter. Die Einlassung der Frau, sie habe ihrem Mann lediglich Schmerzen zufügen wollen, glaubten die Richter nicht.

Von einer Milderung der Strafe, weil der Mord nicht vollendet, sondern nur versucht worden sei, sahen die Richter ab. "Dafür haben wir keinen überzeugenden Grund gefunden", hieß es in der Urteilsbegründung. Die Richter gehen davon aus, dass die 44-Jährige den möglichen Tod ihres Mannes zumindest billigend in Kauf nahm, als sie ihm das Gift ins Bier schüttete. Anschließend habe sie mehrere Wochen lang bei den Ärzten geschwiegen, während sich der Zustand ihres Mannes immer weiter verschlechtert habe. "Wir sind davon überzeugt, dass die Frau ihre Tat verschleiern wollte", hieß es im Urteil. (kj/dpa)

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