Urteil : Vater schoss Sohn mit Schrotflinte in den Kopf

Weil er seinen Sohn mit einem Kopfschuss aus einer Schrotflinte beinahe umbrachte, muss ein 57-Jähriger für zwölf Jahre ins Gefängnis. Die Richter verurteilten den Mann unter anderem wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung.

KoblenzDer zu 12 Jahren Haft verurteilte Vater aus Horhausen im Westerwald hatte den Aussagen im Prozess zufolge schon länger mit seinem 16 Jahre alten Sohn im Streit gelegen. Als der Jugendliche das Verbot seines Vaters ignorierte, am Computer zu arbeiten, eskalierte die Auseinandersetzung. Der Vater holte die Schrotflinte und drückte schließlich ab.

Zudem bedrohte der 57- Jährige auch den 17 Jahre alten Bruder mit der Waffe. Das Gericht erklärte, der Mann sei mit der Lebensführung seiner beiden Söhne unzufrieden gewesen. Gleichzeitig sei er in der Familie nicht mehr ernst genommen worden. Der Angeklagte habe in einer Scheinwelt gelebt, sagte der Vorsitzende Richter. "Er hat am Tag eine Flasche Alkohol geleert und sich gleichzeitig als oberster Sittenwächter aufgespielt."

Staatsanwalt und Gericht gingen wegen des hohen Alkoholpegels des Angeklagten zur Tatzeit von 3,5 Promille von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Zudem leidet der Mann nach Angaben einer Gutachterin unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Der 16-Jährige hatte durch den Schuss ein Auge verloren und nur aufgrund einer siebenstündigen Notoperation überlebt. Er bleibt dauerhaft entstellt. Die Nebenklage hatte wie die Staatsanwaltschaft 15 Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung sprach sich für eine Strafe von unter zehn Jahren Haft aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (ps/dpa)

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