Urteil : Zwölf Jahre Haft für Serien-Kinderschänder

Das Landgericht Göttingen hat einen 42-jährigen Kinderschänder zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Mann hatte neun Mädchen mehrfach sexuell missbraucht.

Göttingen - Wegen der Allgemeingefährlichkeit des Angeklagten ordneten die Richter Sicherungsverwahrung für die Zeit nach der zwölfjährigen Haftstrafe an. Im Strafmaß folgten die Richter weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Nach Überzeugung der Kammer hat der gelernte Maler zwischen 1999 und 2004 neun Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren zum Teil mehrfach sexuell missbraucht und einige von ihnen vergewaltigt.

Als die Missbrauchsserie 2004 bekannt wurde, standen die Bewohner der Stadt Hann. Münden tagelang wie unter Schock. Der bis dahin strafrechtlich nahezu unauffällige Angeklagte hatte sich über Jahre an Freundinnen seiner beiden leiblichen Töchter vergangen. Auf seine Spur kam die Polizei erst, nachdem sich ein damals elfjähriges Mädchen im Herbst 2004 nach einer Vergewaltigung seinen Eltern offenbart hatte.

Von einigen Mädchen machte der Angeklagte auch Porno-Fotos, die nach seiner Festnahme bei einer Wohnungsdurchsuchung gefunden wurden. Bereits Anfang 1992 hatte der Mann seine Stieftochter sexuell missbraucht. Es sei tragisch, sagte Richter Traupe, dass die Mutter ihrer Tochter damals nicht glaubte, als diese von der Vergewaltigung berichtete.

Das Gericht hielt dem Angeklagten vor, dass er zwar Mitleid mit sich selbst, aber kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt habe. Stattdessen habe er versucht, die Tatsachen zu verdrehen und von aberwitzigen Dingen geredet wie einem angeblichen Komplott der Kinder. (tso/dpa)

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