Welt : US-Bürger klagen gegen die Bahn

Nach den beiden schweren Bahnunglücken bei Brühl und Eschede drohen der Deutschen Bahn AG nach einem Bericht des "Spiegels" Millionenklagen in den USA. Im Zusammenhang mit dem Zugunglück in Brühl bei Köln fordern demnach zwei schwer verletzte US-Bürger Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von jeweils mindestens einer Million Dollar. Eine Anwaltskanzlei im US-Bundesstaat Maryland bereite eine entsprechende Klage gegen die Deutsche Bahn AG vor, berichtete das Magazin.

Bei dem Unglück in Brühl waren im Februar 2000 neun Menschen getötet und 149 verletzt worden.

Gleichzeitig werde in New York die Klage einer Amerikanerin vorbereitet, die bei dem Bahnunglück 1998 in Eschede mit insgesamt 101 Toten verletzt worden war. Es sei wahrscheinlich, dass sich dieser Klage zahlreiche Hinterbliebene der deutschen Opfer anschließen werden, heißt es in dem Bericht. In den USA umfassen Schmerzensgeld-Klagen in der Regel weit höhere Summen als in Deutschland.

Die Bahn rechnet hingegen nicht mit Verfahren in den USA: "Weder im Fall Eschede noch im Fall Brühl sind bisher Klagen eingegangen", sagte Konzernsprecher Dirk Große-Leege am Samstag der dpa. Diese hätten keine rechtlichen Hintergründe und seien "ungerechtfertigt".

Zum Eschede-Unglück beginnt am Mittwoch ein Zivilprozess vor dem Berliner Landgericht, bei dem sechs Musterklagen verhandelt werden und unter anderem Bahnchef Hartmut Mehdorn aussagen soll. Der Berliner Rechtsanwalt und Klägervertreter Reiner Geulen hält 250 000 Mark (127 800 Euro) Schmerzensgeld für Hinterbliebene für angemessen.

Zumindest im Fall Brühl bestehen laut "Spiegel" kaum Zweifel, dass die Deutsche Bahn AG Schuld an dem Unglück trägt. Im Dezember hatte das Kölner Landgericht das Strafverfahren gegen den Lokführer und drei Bahnmitarbeiter wegen geringer Schuld der vier Angeklagten gegen Auflagen eingestellt.

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