US-Bundesstaat Texas : "Abspalten! Alles andere kann warten"

Die Republikaner in Texas sind unzufrieden mit der demokratischen US-Regierung. Einige von ihnen fordern sogar die Abspaltung des Bundesstaates von den USA. Weil eine entsprechende Petition schon zahlreiche Unterstützer hat, muss sich nun Präsident Obama zu der Angelegenheit äußern.

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Einige Republikaner in Texas hätten am liebsten ihren eigenen Staat.
Einige Republikaner in Texas hätten am liebsten ihren eigenen Staat.Foto: dapd

In der Nacht der US-Wahl färbte sich auf der Karte der Vereinigten Staaten ein Bundesstaat nach dem anderen republikaner-rot oder demokraten-blau. Bei einigen Staaten ging es knapp zu, doch im Fall von Texas war das Ergebnis höchst vorhersehbar: Wenn es gegangen wäre, hätte die Region sogar tiefrot aufgeleuchtet, denn Texas ist schon seit jeher in der Hand der Republikaner: 57 Prozent der Stimmen erzielte Mitt Romney dort. Dass am Ende doch Barack Obama Präsident blieb, ist für einige Texaner schwer zu ertragen. Sie kennen nur eine mögliche Konsequenz: Der Bundesstaat muss sich von den USA abspalten.

Was irrwitzig klingt, findet in Texas aber auch anderen Bundesstaaten eine Menge Anklang: Schon fast 120 000 Amerikaner haben eine Petition zu dem Anliegen unterschrieben. Die Abspaltungsanhänger glauben, dass Texas es durchaus ohne die USA schaffen kann: Der Bundesstaat sei die Nummer 15 unter den größten Volkswirtschaften der Welt und habe einen ausgeglichenen Haushalt, heißt es auf der Seite der Petition. Dort wird Präsident Obama aufgefordert, eine friedliche Abspaltung zu garantieren und die Texaner ihre eigene Regierung gründen zu lassen.

Ignorieren kann Obama das nicht. Denn in den USA gilt die Regel, dass eine Petition innerhalb von 30 Tagen 25 000 Unterstützer finden muss, damit das Weiße Haus darauf reagiert. Die Abspaltungspetition, die am 9. November gestartet wurde, ist darüber bereits weit hinaus geschossen.

Trotzdem werben die Abspaltungsanhänger immer neue Unterstützer. Damit jeder, der sich Texas als eigenständigen Staat wünscht, das auch ausdrücken kann, gibt es auf der Website der Bewegung sogar Sticker zu kaufen: Zwei Dollar das Stück kosten die Aufkleber mit der Aufschrift "Secede" (dt.: abfallen,abspalten) - ab drei Stickern gibt es einen Mengenrabatt.

Ab 2014 könnte es sogar einen Abspaltungs-Freund an höchster Stelle im Bundesstaat geben: Der Republikaner Larry Scott Kilgore, der aus einem Vorort der texanischen Stadt Dallas stammt, will in zwei Jahren für das Amt des Gouverneurs kandidieren. Dafür hat er sich schon mal einen eingängigen Slogan überlegt: "Abspalten! Alles andere kann warten", heißt es auf seiner Website. Doch das ist nicht alles: Der Texaner will sogar seinen zweiten Vornamen zu "Secede" ändern lassen und ist schon jetzt auf Facebook als Secede Kilgore angemeldet. Die Petition hat er trotzdem nicht unterzeichnet, weil er bezweifelt, dass Texas für die Abspaltung überhaupt um Erlaubnis fragen muss, sagte er der New York Times.

Der gegenwärtige Gouverneur Rick Perry, der angeblich auch mit der Idee der Abspaltung sympathisiert, wird die Petition wohl ebenfalls nicht unterschreiben, jedoch aus anderem Grund. "Gouverneur Perry glaubt an die Größe der Vereinigten Staaten und es sollte nichts getan werden, um das zu ändern", sagte seine Sprecherin in einer Stellungnahme. Trotzdem teile Perry die Frustration vieler Bürger mit der Bundesregierung der USA.

Frustriert sind offenbar nicht nur die Texaner: Es gibt einige ähnliche Petitionen, die die Abspaltung anderer Bundesstaaten von den USA fordern - so erfolgreich wie die Texas-Petition ist allerdings keine von ihnen. Ob die Unterstützer der "Secede"-Bewegung es nun allerdings ernst meinen oder nur aus Frust mit ein paar Mausklicks der Petition zugestimmt haben, bleibt wohl vorerst unklar.

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