Welt : US-Gericht annulliert Homo-Ehen

Barbara Munker (dpa)

San Francisco - Sechs Monate nach den ersten Trauungen von schwulen und lesbischen Paaren in San Francisco hat der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Kalifornien die über 4000 Homo- Ehen für ungültig erklärt. San Franciscos Bürgermeister Gavin Newsom habe seine Befugnisse weit überschritten, als er am 12. Februar die ersten Trauscheine an gleichgeschlechtliche Paare aushändigte, so das Urteil der sieben Richter. Newsom bedauerte die Entscheidung.

Es sei falsch und diskriminierend, zehntausenden Paaren in den USA das Recht auf Heirat zu verwehren, sagte Newsom. „Ich bin stolz auf die 4037 Paare aus 46 Bundesstaaten und acht Nationen, die nach San Francisco kamen, um sich hier das Jawort zu geben.“ Einen Monat lang waren Schwule und Lesben im Standesamt der Westküstenstadt im Minutentakt getraut worden, bevor der Supreme Court am 11. März den sofortigen Stopp angeordnet hatte.

„Der 12. Februar, als wir heirateten, war der glücklichste Tag unseres Lebens“, meint der 41-jährige Kalifornier Stuart Gaffney, der mit „Ehemann“ John Lewis am Donnerstag vor dem Standesamt gegen die Annullierung der Ehen protestierte. „Wir sind seit 17 Jahren ein Paar und wollen einfach nur das gleiche Recht, das Heterosexuelle haben.“ Viele hundert Paare, einige davon in ihrer Hochzeitstracht, zogen protestierend durch die Stadt.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger begrüßte die Entscheidung – ähnlich wie konservative Gruppen, die im Februar Klagen gegen die Stadt vorbrachten. „Wir müssen uns an gesellschaftliche Regeln halten, die sich – wie unser traditionelles Eheverständnis – seit tausenden von Jahren bewährt haben“, erklärte der Anwalt Douglas Lively. Schwarzenegger lehnt Homo-Ehen vor allem aus Verfassungsgründen ab.

Viele Gerichte in den USA beschäftigen sich derzeit mit der Gesetzmäßigkeit eines Eheverbotes. Anfang August hatte ein Richter im Staat Washington ein bestehendes Gesetz, das nur die Ehe zwischen Mann und Frau erlaubt, für verfassungswidrig erklärt. Er schloss sich damit dem Urteil des höchsten Gerichts im Bundesstaat Massachusetts an, wo Trauungen von schwulen und lesbischen Paaren seit Mai erlaubt sind. US-Präsident George W. Bush, entschiedener Gegner der Homo-Ehen, war im Juli mit einem Vorstoß im Senat gescheitert, die Ehe durch eine Änderung in der Verfassung einzig als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren.

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