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US-Gesundheitsbehörde CDC : Auch die USA diskutieren nach Masern-Ausbruch über Impfpflicht

Berlin erlebt derzeit einen heftigen Masernausbruch, ein kleiner Junge ist an der Krankheit gestorben. Damit entbrennt eine Debatte über eine Impfpflicht, der Chef der AOK-Krankenkasse warnt. In den USA ist es nicht anders. Dort begann alles in Disneyland.

Auch in den USA macht man sich Sorgen um die Masern. Es wird über die Einfuhr der Impflicht diskutiert.
Auch in den USA macht man sich Sorgen um die Masern. Es wird über die Einfuhr der Impflicht diskutiert.Foto: dpa

In Deutschland hat der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, an Eltern appelliert, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Wenn es um das Leben von Kindern gehe, die noch nicht allein entscheiden können, sollte man auch einmal aufhören zu diskutieren, sagte Graalmann der„Rheinischen Post“. Eine Krankheit, die schwerwiegende Schäden zufügen könne, dürfe nicht bagatellisiert werden. In Berlin grassiert zurzeit die schlimmste Masern-Welle seit Einführung der Meldepflicht. Gestern war bekanntgeworden, dass ein an Masern erkrankter anderthalbjähriger Junge gestorben ist.

In den USA begann alles im „Disneyland“: Jemand habe dort vermutlich aus Übersee im Dezember die Masern eingeschleppt, sagt die US-Gesundheitsbehörde CDC. Insgesamt 118 Masern-Fälle gab es infolge dieser Infektion seitdem bislang. Zwei weitere Masern-Ausbrüche verursachten mehr als 30 weitere Ansteckungen. Insgesamt sind 17 Bundesstaaten betroffen. Bereits im vergangenen Jahr gab es der CDC zufolge 644 Masern-Fälle - so viele wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, als die Krankheit in den USA eigentlich für ausgerottet erklärt worden war.

Die neuen Ausbrüche haben auch in den USA die Debatte über eine Impfpflicht wieder aufflammen lassen. Die meisten Schulen schreiben die Impfung bereits jetzt vor. Die meisten Bundesstaaten lassen allerdings Ausnahmen aus religiösen oder moralischen Gründen zu.

Zehntausende Eltern haben nach Angaben des CDC von diesen Ausnahmeregelungen Gebrauch gemacht und ihre Kinder nicht impfen lassen - meist entweder aus Argwohn gegen die Regierung oder gegen die Pharmaindustrie oder aus religiösen oder moralischen Gründen.

Insgesamt sind nach Schätzungen von Ärzten rund ein Zehntel der Kinder in den USA nicht ausreichend geschützt. In den Medien und sozialen Netzwerken wird das Thema Masernimpfung scharf diskutiert. Die US-Regierung ist bislang nicht für eine Impfpflicht, hat aber klar und deutlich mitgeteilt: „Eltern im ganzen Land haben die Verantwortung, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. (dpa)

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