• US-Medien berichten: Boston-Attentäter möglicherweise in Dreifachmord verwickelt

US-Medien berichten : Boston-Attentäter möglicherweise in Dreifachmord verwickelt

Die Ermittlungen um die beiden mutmaßlichen Bombenleger von Boston ziehen immer weitere Kreise. Die Spur führt unter anderem zu einem mysteriösen Mordfall, der die Polizei bis heute rätseln lässt.

Christoph von Marschall
Dschochar und Tamerlan Zarnajew. Foto: dpa
Dschochar und Tamerlan Zarnajew.Foto: dpa

US-Ermittler prüfen nun genauer, ob die mutmaßlichen Bombenleger beim Boston Marathon, Tamerlan und Dschochar Zarnajew, mit einem Dreifachmord zu tun hatten, der bis heute ungeklärt ist. Am 11. September 2011 waren in Waltham, einem Vorort im Westen von Boston, drei Leichen junger Männer mit durchgeschnittenen Kehlen gefunden worden. Am Tatort wurden mehrere Kilogramm Marihuana und rund 5000 Dollar entdeckt. Einer der Toten war ein ehemaliger Mitbewohner und Trainingspartner von Tamerlan Zarnajew.

Der Verdacht, dass Tamerlan in den Dreifachmord verwickelt sein könnte, war bereits wenige Tage nach dem Anschlag in Boston aufgetaucht, hatte in den Ermittlungen aber zunächst keine breitere Rolle gespielt. US-Medien berichten, Tamerlan habe sich nach Entdeckung der drei Toten seltsam verhalten. Nach Angaben von deren Angehörigen kam er nicht zur Beerdigung seines toten Freundes und trat aus dem Kampfsport- Klub aus, in dem beide trainiert hatten.

Tamerlan Zarnajew war bei einer dramatischen Verfolgungsjagd mit der Polizei am 19. April ums Leben gekommen. Er wurde am Freitag an einem unbekannten Ort in Virginia auf einem muslimischen Friedhof beigesetzt. Zuvor hatte sein Onkel lange vergeblich eine Grabstelle für ihn gesucht, weil Gemeindemitglieder gegen die Beerdigung eines „Terroristen“ in ihrer Nähe protestiert hatten.

Parallel werden neue Details zu Tamerlans Reise in den Kaukasus bekannt. Wie die „New York Times“ berichtete, suchte er Kontakt zu gewaltbereiten Islamisten und ging in eine Moschee in Machatschkala, der Hauptstadt der russischen Provinz Dagestan, die von fundamentalistischen Salafisten geprägt ist. Dort fand er aber keine freundliche Aufnahme. Unter den Moscheebesuchern galt er als ein Fremder, der kein kulturelles Einfühlungsvermögen zeigte, sich mit radikalen Reden in den Vordergrund spielte und so den Verdacht der russischen Behörden auf die Moschee lenkte. Tamerlan habe sich in der Umgebung auch mit dem Extremisten Mahmud Nidal getroffen, den eine russische Spezialeinheit kurz darauf tötete. Christoph von Marschall

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