Welt : US-Politiker gesteht Cybersex Über Twitter

intime Bilder verschickt

Anthony Weiner. Der Abgeordnete bei seinem öffentlichen Geständnis. Foto: dpa
Anthony Weiner. Der Abgeordnete bei seinem öffentlichen Geständnis. Foto: dpaFoto: dpa

Washington - Der US-Kongressabgeordnete Anthony Weiner, der bislang als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in New York 2013 gehandelt wurde, steht im Mittelpunkt einer peinlichen Sexaffäre. In einer tränenreichen Pressekonferenz räumte er am Montag (Ortszeit) ein, Bilder seines Gemächts über das Internet an mehrere junge Frauen geschickt zu haben. Er entschuldigte sich bei seiner Ehefrau, einer Mitarbeiterin von US-Außenministerin Hillary Clinton.

Weiner, dessen Name im Englischen wie Wiener ausgesprochen wird, in der US-Umgangssprache wiederum eine Bezeichnung für das männliche Geschlechtsteil, räumte nach langem Leugnen seine Aktivitäten ein. Er habe in den vergangenen drei Jahren mit sechs verschiedenen Frauen erotische Online-Kontakte unterhalten, sagte der 46-jährige Demokrat bei der landesweit im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Zugleich betonte Weiner, die Frauen nie getroffen und keinen außerehelichen Sex gehabt zu haben – zumindest nicht außerhalb der virtuellen Welt. Außerdem habe er gegen kein Gesetz verstoßen.

Die Affäre kam ins Rollen, nachdem Weiner Ende Mai eine Nahaufnahme seiner eng anliegenden Unterhose mit verdächtiger Ausbeulung versehentlich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter öffentlich zugänglich ins Internet gestellt hatte. Mehr als eine Woche lang behauptete der Politiker, Hacker seien am Werk gewesen und hätten sein Twitter-Konto unter ihre Kontrolle gebracht.

Nachdem mehrere Medien weitere Hinweise veröffentlicht hatten, dass das anstößige Bild von ihm stammte, gab Weiner zu, dass er selbst es verschickte und eigentlich als private Botschaft an eine Studentin aus Seattle senden wollte. Seine Lüge erklärte Weiner damit, dass er „in Panik“ geraten sei. Er habe versucht, seine Frau und sich selbst „vor der Schande“ zu schützen.

Der Politiker entschuldigte sich bei seiner Frau Huma Abedin, die für Außenministerin Clinton tätig ist. „Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Das war sehr destruktiv“, sagte Weiner. Zugleich machte er deutlich, dass er zwar Verantwortung für die Affäre übernehme, aber seinen Sitz im Repräsentantenhaus nicht aufgeben wolle.

Die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, kündigte an, eine Ethikkommission werde Weiners Verfehlungen untersuchen. Dabei gehe es um die Frage, ob er staatliche Ressourcen genutzt oder anderweitig gegen die Regeln der Kongresskammer verstoßen habe. AFP

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