US-Raumfähre : "Atlantis" auf dem Weg zur Erde

Die Raumfähre "Atlantis" hat ihren Rückflug zur Erde angetreten. Wie das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte, legte das Shuttle planmäßig von der Internationalen Raumstation ISS ab.

Houston - Bei drei Weltraumspaziergängen hatte die sechsköpfige "Atlantis"-Crew geholfen, die Sonnensegel der ISS aufzurichten. Die "Atlantis" wird am Mittwoch nach dann elf Tagen im All auf der Erde zurückerwartet. Das für die Landung wichtige Hitzeschild des Space Shuttles ist angeblich im besten Zustand. Die erste Weltraumtouristin, Anousheh Ansari, die am Montag zur ISS starten soll, äußerte sich optimistisch über ihren bevorstehenden Flug ins All.

Die "Atlantis"-Mannschaft verabschiedete sich von der Dauerbesatzung der ISS, zu der auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter gehört. Am Samstag hatte die Crew noch Güter von der Raumfähre in die Station verladen, darunter Sauerstoff-Reserven. Außerdem hatten die Raumfahrer noch einmal Zeit, um aus dem Fenster der "Atlantis" den Blick auf die Erde zu genießen und Fotos davon zu machen. Nach dem heutigen Abdocken sollte die "Atlantis" nochmals einen Rundflug um die ISS machen, um die in den vergangenen Tagen vorgenommenen Umbauten an der Station zu dokumentieren.

Komplexeste Arbeiten seit Bestehen der Station

Bei ihrer Mission hatte die "Atlantis"-Besatzung geholfen, die Sonnensegel der ISS aufzurichten. Dabei hatten die Astronauten allerdings zwei Bolzen verloren. Nach Angaben der Nasa bedeuten die drei Atlantis-Außeneinsätze die bislang komplexesten Arbeiten seit Bestehen der fast acht Jahre alten Station. Die Solarflügel wiegen zusammen 16 Tonnen und sollen die Kapazitäten der ISS zur Energieproduktion verdoppeln. Ist die Raumstation letztlich fertig, sollen die Sonnensegel ein Viertel der Energie liefern. Unter anderem soll der Strom ausreichen, um das europäische Forschungslabor Columbus zu betreiben.

Iranerin startet ins All

In den nächsten Tagen werden die Astronauten an Bord der ISS wieder Besuch erhalten. Am Montag ist der Start einer Sojus-Kapsel geplant, mit der die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari zu der Raumstation gebracht werden soll. Ansari sagte, sie denke, dass der Anblick der Erde aus den Weiten des Weltraums die Verwundbarkeit unseres blauen Planeten deutlich mache. "Ich hoffe wirklich, dass sich die Perspektive ändert, wenn man die Erde zum ersten Mal aus dem Weltall betrachtet", sagte die 40-Jährige, die rund 20 Millionen Dollar für den Flug zahlt, am Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan.

Die aus dem Iran stammende US-Unternehmerin Ansari soll am Montag um 06.08 Uhr MESZ zusammen mit US-Astronaut Michael Lopez-Alegria und dem russischen Kosmonauten Michail Tjurin für acht Tage ins All starten. Die Ingenieurin soll an Bord der ISS auch Experimente ausführen. Die Tests sollen vor allem helfen, Gesundheitsprobleme bei Astronauten aufzuklären. (tso/AFP)

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