Welt : US-Soldat verklagt Michael Moore

Amputiertes Kriegsopfer ist Bush-Anhänger

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Los Angeles - Im Streit um den Dokumentarfilm „Fahrenheit 9/11“ ist der US-Regisseur Michael Moore von einem US-Veteranen verklagt worden. Der im Irakkrieg schwer verwundete Soldat Peter Damon fordert von dem Filmemacher vor einem Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts 85 Millionen Dollar Entschädigung, berichtet der Internetdienst „E!Online“. Er sei fälschlicherweise als Bush-kritischer Kriegsgegner dargestellt worden, heißt es in der Klageschrift. Dies habe seinem Ruf geschadet und zu schweren emotionalen Problemen geführt.

Der 33-jährige Soldat, der bei seinem Irak-Einsatz beide Arme verloren hatte, ist in dem Dokumentarfilm als Krankenhauspatient zu sehen, der von einem Nachrichtenteam des Senders NBC interviewt wird. Diese Szene ist eine der emotionalsten und grausamsten des Films. Die Bilder zeigen den beidseitig armamputierten Soldaten auf dem Krankenbett, wie ihm nach der Operation klar wird, dass er für den Rest seines Lebens keine Arme mehr haben wird. Moore habe diese Bilder ohne Genehmigung für seinen Film verwendet, sagt Damon. Der Veteran, der seine Loyalität zu Bush beteuert, wirft Moore vor, er habe seine Aussagen aus dem Zusammenhang gegriffen, in einen irreführenden Kontext gestellt und ihn „als Munition“ für den kriegskritischen Streifen benutzt. Neben Moore richtet sich die Klage auch gegen das Studio Miramax Films und den Sender NBC.

„Fahrenheit 9/11“ hatte in 2004 bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Der kritische Streifen spielte als erste Dokumentation in US-Kinos mehr als 100 Millionen Dollar ein. Weltweit flossen mehr als 222 Millionen Dollar in die Kassen. Der Bush-kritische Film war von Liberalen und Linken in den USA kritisiert worden, weil durch die Mischung aus Information, Unterhaltung, Mutmaßung, Unterstellung, Halbwahrheit und Klischee die ernsthafte Position der Irakkriegs-Gegner geschwächt wird. dpa/Tsp

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