Welt : US-Tournee: New Yorker feiern Berliner Philharmoniker

New Yorker Klassik-Freunde haben den Berliner Philharmonikern in der Nacht zum Donnerstag in der Carnegie Hall einen enthusiastischen Empfang bereitet. Die Musiker, der Chefdirigent Claudio Abbado, für den dieses Konzert das Ende seiner Ära in Berlin darstellt und der Sänger Thomas Quasthoff wurden zum Auftakt der jüngsten Amerika-Tournee mit für New Yorker Verhältnisse überwältigendem Beifall bedacht.

Das Publikum dankte damit nicht nur für die hochklassige Darbietung von Beethovens "Eroica", der "Egmont"-Ouvertüre und Liedern wie Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen". Der Beifall galt auch dem Beweis der Solidarität des Orchesters mit Amerika, das immer noch unter den Folgen der Terroranschläge des 11. September leidet. Viele ausländische Künstler hatten aus Furcht Gastspiele in New York und anderen amerikanischen Städten abgesagt.

"Wir sind gekommen, um unsere gemeinsame Menschlichkeit zu bekräftigen, die so tief in der Musik dieses Konzerts zum Ausdruck kommt", hieß es in einer Erklärung der Musiker vor Beginn der Aufführung. "John F. Kennedy hat in einem kritischen Moment der Geschichte Berlins gesagt "Ich bin ein Berliner. In diesem Moment des Schreckens sagen wir Ihnen: Wir sind alle New Yorker."

New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani - bekanntermaßen ein großer Liebhaber klassischer Musik - rief in dem ausverkauften Konzertsaal die Bevölkerung einmal mehr dazu auf, trotz aller Trauer über die Tausenden von Opfern des Anschlags auf das World Trade Center zu einem normalen Leben zurück zu finden. "Wir müssen stark bleiben, denn was die Terroristen versucht haben, war die Zerstörung des Lebensgeistes Amerikas. Doch er ist stärker denn je." Die Berliner Philharmoniker werden auch in Boston, Chicago, Ann Arbor (Michigan) und Costa Mesa (Kalifornien) gastieren.

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