USA : 14-Jähriger läuft in Schule Amok

Ein erneuter blutiger Amoklauf in einer Schule hat in den USA Entsetzen ausgelöst: Ein 14 Jahre alter Schüler verletzte zwei Lehrer und zwei Mitschüler mit Schüssen zum Teil schwer und erschoss sich dann selbst.

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Die Schießerei in Cleveland setzt die Kette gewalttätiger Ereignisse an amerikanischen Schulen und Universitäten fort. -Foto: dpa

ChicagoDer 14-Jährige betrat mit Waffen in beiden Händen seine Schule in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio und schoss auf Lehrer wie Mitschüler. Vier Menschen wurden verletzt, der Schütze tötete sich im Anschluss selbst, wie der Bürgermeister von Cleveland, Frank Jackson, erklärte. Der Fall weckt düstere Erinnerungen an die Amokläufe an der Columbine High School in Colorado und an der Virginia Tech in Virginia, bei denen jeweils zahlreiche Menschen getötet wurden.

Nach Zeugenberichten waren nach den ersten Schüssen aus dem Schulgebäude der Success Tech Academy panische Schreie zu hören. Schüler und Lehrer schlossen sich hastig in den Klassenzimmern ein, suchten Schutz unter Tischen und in Abstellräumen. Zwei Lehrer und zwei Schüler wurden durch die Schüsse verletzt. Die Polizei, die das Gebäude stürmte, fand den Leichnam des Schützen schließlich im vierten Stock. In seiner Nähe fanden die Polizisten zwei Handfeuerwaffen, Munition und drei Messer. Möglicherweise sei dem Schützen klargeworden, dass das Gebäude umstellt war, sagte Polizeichef Michael McGrath. Der Amoklauf und auch der Selbstmord des Täters wurden von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Mitschüler beschreiben Täter als "Teufelsanbeter"

Bei dem Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um den 14-jährigen Asa Coon. Dieser war bereits 2006 wegen Misshandlungsvorwürfen einmal festgenommen worden. Am Montag wurde er nach einer Verwicklung in eine Schlägerei vom Schulbesuch ausgeschlossen. "Wir wissen, dass der Schütze Probleme hatte", sagte der Polizeisprecher McGrath. Das genaue Motiv sei aber noch unbekannt. Mitschüler beschrieben den Jungen als Einzelgänger und "Teufelsanbeter", der häufiger Witze über das Erschießen von Schülern vor den Augen der Lehrer gemacht habe. "Er sagte mir einmal, wenn er die Schule zusammenschießen würde, dann würde er mich und einen Kumpel laufen lassen", erzählte ein Schüler dem Nachrichtensender WKYC. "Ich dachte, er wollte sich nur wichtig machen."

Einer der bei dem Amoklauf verletzten Schüler konnte bereits nach wenigen Stunden das Krankenhaus verlassen. Der 18-jährige Darnell Rogers zeigte sich schockiert. Er habe nie gedacht, dass so etwas an seiner Schule geschehen könne. Zwei Lehrer, die von Kugeln in Brust und Rücken getroffen wurden, befinden sich weiter in Behandlung. Ihr Zustand ist nach Polizeiangaben stabil.

Diskussion um Waffengesteze reißt nicht ab

In den USA gab es in den vergangenen Jahren mehrere Amokläufe an Schulen. 1999 töteten zwei Schüler der Columbine High School 12 Mitschüler und einen Lehrer, bevor sie sich selbst richteten. Im April tötete der aus Südkorea stammende Cho Seung Hui in der Virginia Tech in Virginia 32 Menschen. Am Sonntag starben nahe der Grenze zu Kanada sechs Menschen bei einem Amoklauf eines ehemaligen Hilfsheriffs. Kritiker machen auch die toleranten Waffengesetze für die blutigen Vorfälle verantwortlich, eine Verschärfung scheiterte bislang an der starken Waffenlobby in den USA. (mit AFP)

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