USA : Amokläufer tötet sechs Menschen

Am Donnerstagabend stürmt ein bewaffneter Mann die Stadtratssitzung in einem Vorort von St. Louis und richtet ein Blutbad an. Der Schütze war in den Ratssitzungen schon häufig als Störenfried aufgefallen und aus dem Saal verwiesen worden.

WashingtonSechs Menschen sterben bei dem Amoklauf im Rathaus von Kirkwood im US-Bundesstaat Missouri - darunter zwei Polizisten, eine Stadträtin und der Schütze selber. Nach Informationen der Zeitung "St.Louis Post-Dispatch" ist auch der Bürgermeister von Kirkwood in "kritischem Zustand".

"Erschießt den Bürgermeister"

Der Amoklauf begann gestern Abend gegen sieben Uhr vor den Stufen zum Rathaus: Ohne Vorwarnung schießt dort ein bewaffneter Mann einen Polizisten nieder – er betritt das Gebäude und erschießt einen zweiten Mann. Dann platzt er in die Stadtratssitzung. Eben hat dort der Bürgermeister nach dem obligatorischem Treuegelöbnis die abendliche Sitzung eröffnet. Der Angreifer brüllt: "Erschießt den Bürgermeister" - und beginnt zu feuern. Zuerst trifft er einen anwesenden Polizisten in den Kopf. Eine Reporterin des "St.Louis Post-Dispatch" ist zufällig in der Sizung dabei. Sie geht in Deckung, kann jedoch noch beobachten, wie auch der Dezernent für öffentliche Bauvorhaben in den Kopf getroffen wird.

Gekränkte Eitelkeit

Einige Teilnehmer der Sitzung, zum Zeitpunkt der Schießerei sind etwa 30 Menschen in der Sitzung anwesend, beginnen mit Stühlen auf den Schützen zu werfen – und halten ihn damit auf. Wenig später stürmen Polizisten den Sitzungssaal. Das Polizeirevier liegt nur wenige hundert Meter entfernt. Die Polizisten erschießen den Amokläufer. Die Reporterin erkennt den Schützen: Der Mann, Charles genannt "Cookie" Tompson, hatte erst im letzten Monat eine juristische Schlappe einstecken müssen: Er hatte sein Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt gesehen – weil ihm in einer Stadtratssitzung das Wort entzogen worden war. Der Richter hatte die Klage allerdings zurückgewiesen.

Zuvor war der Amokläufer mehrere Male verurteilt worden, weil er mit ungebührlichem Verhalten Stadtratssitzungen gestört hatte. (sba/dpa)

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