USA : Amokläufer tötet zehn Menschen

Blutbad in Alabama: Im Südosten des US-Bundesstaats hat ein Mann an verschiedenen Orten mindestens zehn Menschen erschossen, bevor er sich offenbar selbst das Leben nahm. Ein mögliches Motiv: Der Täter hatte vor kurzem den Job verloren.

Wolfgang Duveneck[dpa]
Amok
TV-Sender: "Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam". -Foto: AFP

Washington Das Grauen begann am Dienstagnachmittag um vier. Was zuerst nur wie ein Wohnungsbrand in der kleinen Ortschaft Kinston im US-Bundesstaat Alabama aussah, wurde zu einem schrecklichen Amoklauf. Michael McLendon hatte, wie sich herausstellen sollte, das Haus seiner Mutter in Brand gesetzt und die Frau erschossen. Aber das war erst der Anfang. Am Ende hinterließ er eine Spur des Todes mit insgesamt elf Opfern, wie der örtliche Fernsehsender Wear-TV berichtete.

Nachdem der Amokläufer das Haus verlassen hatte, flüchtete er mit seinem Auto in die Nachbarregion Geneva County. Dort erschoss McLendon Großvater, Großmutter, Onkel und Tante, die in der Nähe der Stadt Samson vor ihrem Haus auf der Veranda saßen. Gegenüber starben zwei weitere Menschen: die Frau eines Sheriffs und ein Kind. Ein weiteres Kind wurde schwer verletzt in eine Klinik geflogen. Auf einem Hof soll der Killer auch einen Mann in einem Wohnmobil erschossen haben.

Todesfahrt über 20 Kilometer

"Ich kann nicht beschreiben, was passiert und und warum es passiert ist", sagte Behördensprecher Greg Ward dem CNN-Partnersender WTVY. "Ich kann nur sagen, es ist ein trauriger Tag für unsere Region." Auf seiner Flucht in Richtung Highway 52 gab der Täter anschließend sieben Schüsse auf einen Polizeiwagen ab. Ein Beamter erlitt leichtere Verletzungen. Kurz darauf gab es die nächsten Toten. Offenbar schoss der Amokläufer wahllos auf alles, was sich bewegte. Weitere Opfer wurden ein Mann und eine Frau vor zwei Geschäften in der Nähe des Highways.

Fast 20 Kilometer weit ging die Fahrt - dann rammte ein Polizeiwagen das Fluchtfahrzeug. Darauf überschlugen sich die Ereignisse. "In dem Gebäude waren Schüsse zu hören. Wenig später fanden Polizisten den Mann tot auf", zitierte CNN einen Beamten. Vermutlich hatte er sich erschossen. Kurz darauf machten erste Spekulationen über das Tatmotiv die Runde. Ein Reporter berichtete, dass der Mörder vor kurzem seinen Arbeitsplatz bei der Firma "Reliable Metal Products" verloren hatte.

Erinnerungen wurden wach an ein anderes schreckliches Drama in Alabama, das sich vor sieben Jahre ereignet hatte: Ein junger Mann schoss damals sechs Angehörige der Familie seiner 16-jährigen Freundin auf einer Farm in Luverne nieder. Der Täter wurde drei Jahre später zum Tode verurteilt.

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