Welt : USA: Hai-Angriffe an Floridas Stränden

Der achtjährige Jessie lief durch knietiefes Wasser an der Langdon Beach, als ihn ein mehr als zwei Meter langer Bullenhai angriff, in die Hüfte biss und seinen Arm verschlang. Wie durch ein Wunder konnte ein Ärzteteam den Arm des Jungen wieder annähen, der erst aus dem Rachen des Tieres gerettet werden musste. Jessie kämpft in einem Krankenhaus in Pensacola weiter um sein Leben. Der 48-jährige Michael Waters paddelte nahe Pensacola auf seinem Surfbrett, als er von einem Hai in den Knöchel gebissen wurde. Ein 18-jähriger aus Ohio schwamm vor der Fernandina Beach, als er von einem Hai am rechten Fuß verletzt wurde. Drei Vorfälle in neun Tagen. Das macht den Florida-Besuchern angst und verdirbt jegliche Urlaubslaune. Doch die Behörden des US-Bundesstaates sehen keinen Grund, Hai-Alarm auszulösen. Sie weisen darauf hin, dass die Küsten ihres "Sunshine State" von jeher die natürliche Heimat von Haien sind. In der Tat müssen sich Urlauber in Florida stets darauf einstellen, beim Bad im Meer in die Nähe von Haien geraten zu können. Einen Tag nach dem Angriff auf den kleinen Jessie überflogen Ranger die Gegend: Sie sahen 15 bis 20 Haie. Die Zunahme solcher Vorfälle in Florida und weltweit besagt nach Angaben von Haiforscher George Burgess, jedoch nicht, dass die Haie aggressiver geworden seien. Vielmehr spiegele sich darin wider, dass immer mehr Menschen im Meer schwimmen, fischen, surfen und Boot fahren. Das Risiko einer Hai-Attacke sei nach wie vor sehr gering. Haie meiden nach Worten des Experten normalerweise Menschen, "weil sie uns nicht als Nahrungsmittel wahrnehmen". Zudem seien mehr als 90 Prozent der Hai-Angriffe auf "Verwechslungen" zurückzuführen und gingen relativ glimpflich aus. Kleine Hai-Arten nippeln an einem Fuß oder einer Hand, weil sie denken, es sei ein Fisch. Sobald sie ihren Fehler erkannt haben, schwimmen sie normalerweise davon.

Der Vorfall zeigt, dass selbst große Haie oft in Nähe des Ufers auftauchen. Auch sollte das Bad in der Dunkelheit oder Dämmerung vermieden werden, weil Haie dann am aktivsten sind. Auch Sandbänke und steil abfallende Klippen sind beliebte Tummelplätze von Haien. Wer eine offene Wunde hat oder Frauen während der Periode sollten das Meer meiden, weil Haie von Blut angezogen werden. Beruhigenderweise ist statistisch gesehen das Risiko, im Meer zu ertrinken oder am Strand eine tödliche Herzattacke zu erleiden, größer als ein Hai-Angriff.

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