USA : Kalifornien sagt "Ja" zur Homo-Ehe

Von Montag an dürfen sich im US-Bundesstaat Kalifornien schwule und lesbische Paare das Ja-Wort geben. Nach Massachusetts ist Kalifornien der zweite US-Bundesstaat, der Partnerschaften von Homosexuellen der Ehe zwischen Mann und Frau vollkommen gleichstellt.

Los AngelesHomosexuelle in Kalifornien dürfen endlich heiraten. Den Weg für die gleichgeschlechtliche Eheschließung hatte das Oberste Gericht erst vor einem Monat freigemacht, als es nach einem jahrelangen Rechtsstreit das bislang gültige Verbot für verfassungswidrig erklärte.

In Kalifornien leben einer Studie zufolge 100.000 gleichgeschlechtliche Paare, von denen jedes zweite in den kommenden drei Jahren heiraten will. Kalifornien dürfte zudem ein Ziel für Hochzeitstouristen werden, da dort anders als in Massachusetts auch Homosexuelle aus anderen Bundesstaaten die Ringe tauschen dürfen. Anerkannt werden diese Ehen jedoch nur von den wenigsten Bundesstaaten. Auch die Regierung in Washington betrachtet sie als illegal.

Künftige Präsidenten lehnen Homo-Ehe ab

Gegner der Homo-Ehe sammelten unterdessen in Kalifornien genügend Unterschriften, um eine Volksabstimmung zu erwirken. Demnach stimmen die Wahlberechtigten am 4. November nicht nur über den künftigen US-Präsidenten ab, sondern auch darüber, ob ein Verbot der Homo-Ehe in der kalifornischen Verfassung verankert werden soll. Diese Frage sorgt zwischen den Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama jedoch für keinen Zündstoff. Beide Kandidaten lehnen die Homo-Ehe ab, sind gleichzeitig aber auch gegen ein in der Verfassung verankertes Verbot.

Die Kalfornier sind lockerer geworden

Auch wenn das Thema zu den am schärfsten diskutierten Fragen der USA zählt, scheint die Bevölkerung in Kalifornien ihr gegenüber offener geworden zu sein. Während sich vor 30 Jahren fast 60 Prozent der Kalifornier gegen die Homo-Ehe aussprachen und nur knapp 30 Prozent sie befürworteten, sieht es heute nach den Ergebnissen einer Studie des Umfrageinstituts Field anders aus: Demnach waren 52 Prozent der Einwohner dafür, dass sich Schwule und Lesben das Ja-Wort geben können, 41 Prozent dagegen. (cp/AFP)

 

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