USA : Mord im Gottesdienst

Rätselhafter Mord während eines Gottesdienstes in den USA: Vor den Augen der entsetzten Gläubigen hat ein 27-jähriger Mann in einer Baptistenkirche im Bundesstaat Illinois den Pastor erschossen. Nach der Bluttat versuchte der Täter offenbar sich selbst zu richten.

WashingtonTödliche Schüsse auf einen Priester im US-Bundesstaat Illinois haben die Ermittler vor ein Rätsel gestellt. Kurz nach Beginn des Gottesdienstes in der Baptistenkirche von Maryville hatte ein 27-jähriger Mann am Sonntag Pastor Fred Winters erschossen. Kurz zuvor kam es zwischen den beiden zu einem Wortwechsel, nach Angaben der Polizei schienen sie sich gekannt zu haben. Kirchenbesucher konnten den Mann überwältigen.

Auch Stunden nach der Tat herrschte Unklarheit über den genauen Hergang. Nach Angaben von Polizeichef Larry Trent betrat der 27-Jährige während des Gottesdienstes die Kirche, wandelte durch den Mittelgang zum Altar, zog seine Pistole und begann vor den Augen der rund 150 Gottesdienstbesucher zu schießen.

Das Motiv ist völlig unklar

Der erste Schuss zerfetzte Winters Bibel. "Die Leute waren wie gelähmt. Einige dachten zunächst, es wäre eine Art Sketch", berichtete Trent. Pfarrer und Schütze wechselten ein paar Worte, "es sah so aus, als würden sie sich kennen". Dann fiel der tödliche Schuss. Insgesamt gab der Mann vier Schüsse ab, dann blockierte die Waffe. Daraufhin zog der 27-Jährige ein Messer, bevor er von mehreren Kirchgängern überwältigt werden konnte. Er erlitt schwere Stichverletzungen am Hals, zwei Männer mussten ebenfalls wegen Stichwunden behandelt werden. Das Motiv des Schützen lag zunächst völlig im Dunkeln. Niemand aus der Kirchengemeinde kannte den 27-Jährigen. Er war nicht vorbestraft. Unklar war, wann er wieder vernehmungsfähig sein würde. Die Ermittler erhoffen sich Aufschluss durch Videoaufzeichnungen.

Winter hinterlässt Frau und zwei Töchter. Der 45-Jährige war seit 22 Jahren Pfarrer in Maryville. Während dieser Zeit konnte er laut der Internetseite der Kirche die Zahl der Kirchgänger von 32 auf 1200 steigern. (sgo/AFP)

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