USA-Reise : Papst sind pädophile Priester peinlich

Zum ersten Mal seit Beginn seines Pontifikats besucht der Papst die USA. Die Differenzen mit dem Weißen Haus über den Irak-Krieg sind ausgeräumt, schon steht das nächste heikle Thema an: Der Papst versprach, pädophile Priester künftig vom Amt auszuschließen.

Papst
Papst Benedikt XVI.: Auf der Reise in die USA. -dpa

RomPapst Benedikt XVI. hat auf dem Flug in die USA Stellung zu den Fällen von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch amerikanische Priester genommen. Er sei "tief beschämt" über den Skandal, der seit 2002 die USA erschüttert, betonte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor Journalisten. Die römisch-katholische Kirche werde alles unternehmen, damit es in den USA nie wieder zu solchem Kindesmissbrauch komme, zitierten italienische Medien Benedikt am Dienstag. "Wir werden Pädophile vom Priesterdienst absolut ausschließen."

Pädophilie sei vollkommen unverträglich mit dem Priesteramt, sagte der Papst demnach weiter. Es sei besser, gute Priester zu haben, als viele Priester zu haben. Die Missbrauchskandale hatten die katholische Kirche in den USA in eine tiefe Krise gestürzt. Den Opfern wurden Entschädigungen in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar gezahlt.

Appell an Vereinte Nationen: Menschenrechte ins Zentrum rücken

In der Alitalia-Maschine erklärte er auf dem Weg nach Washington zudem, die Beziehung zwischen der Weltlichkeit des Staates und der Kirche in den USA sei ein "wesentliches Modell", das auch in Europa nachgeahmt werden solle. Das "positive Konzept von Weltlichkeit" in den Vereinigten Staaten verleihe dem Glauben "Authentizität und Freiheit". Joseph Ratzinger fügte hinzu, er werde US-Präsident George W. Bush darum bitten, den lateinamerikanischen Nachbarländern künftig mehr Hilfen zukommen zu lassen, um die Immigrationswelle zu stoppen. "Es ist im Interesse aller, dass niemand auswandern muss", erklärte er.

Der Papst besucht ab Dienstag zum ersten Mal seit Beginn seines Pontifikats die Vereinigten Staaten. Bush und seine Frau Laura wollten das katholische Kirchenoberhaupt bei seiner Ankunft auf der Luftwaffenbasis Andrews bei Washington persönlich willkommen heißen. Das Weiße Haus erwartete eine "ehrliche" Diskussion zwischen US-Präsident George W. Bush und Benedikt XVI.. Die Meinungsverschiedenheiten über den Krieg im Irak seien beigelegt, sagte die Sprecherin Dana Perino. In der Vergangenheit hatte der Vatikan wiederholt den Einmarsch der USA in den Irak kritisiert.

Für Mittwoch, den 81. Geburtstag des Papstes, ist ein Empfang im Weißen Haus vorgesehen; am Donnerstag will er in der US-Hauptstadt vor 50.000 Gläubigen eine Freiluftmesse zelebrieren. Am Freitag reist Benedikt nach New York weiter, wo er unter anderem vor den Vereinten Nationen reden wird. Er hatte angekündigt, die Vereinten Nationen dazu aufrufen, die "nicht verhandelbaren Prinzipien" der Menschenrechte stets in den Mittelpunkt ihrer politischen Handlungen zu stellen. (nim/AFP/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar