• USA stellen Sexualstraftäter ins Internet Namen und Fotos sind für alle Bürger zugänglich

Welt : USA stellen Sexualstraftäter ins Internet Namen und Fotos sind für alle Bürger zugänglich

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Washington Nach spektakulären Sexualstraftaten folgt in den USA der Ruf nach härteren Gesetzen. Am 23. Februar verschwand Jessica Lunsford über Nacht spurlos aus ihrem Haus in Homosassa, Florida. Am 18. März gestand der registrierte Sexualstraftäter John Couey, die Neunjährige missbraucht und getötet zu haben. Der Fall erregte wochenlang Aufsehen. Ende März billigte der Justizausschuss des Parlaments von Florida einen Gesetzesentwurf, wonach Sexualstraftäter während der Bewährung künftig eine elektronische Fessel tragen sollen. Auch Ohio will Straftätern, bei denen Wiederholung droht, das schwarze, uhrenförmige Band anlegen.

Jetzt rief US-Justizminister Alberto Gonzales eine Datenbank im Internet ins Leben, auf der Namen, Adressen und Fotos von Hunderttausenden von Sexualstraftätern von besorgten Bürgern abgerufen werden können. Eine halbe Million Sexualstraftäter sind nach Angaben von Gonzales registriert. Mit 102000 leben die meisten Sexualstraftäter in Kalifornien. Danach folgt Texas mit mehr als 46000. Gonzales genießt mit seiner landesweiten Datenbank die volle Rückendeckung des Obersten Gerichtshofes der USA. In zwei Urteilen stellte er fest, dass mit der Veröffentlichung von persönlichen Daten im Internet nicht die Persönlichkeitsrechte von Sexualstraftätern verletzt werden. Es gehe um den Schutz der öffentlichen Sicherheit und nicht um eine zusätzliche Strafe für bereits Verurteilte. Sexualstraftäter seien diejenigen, die am unwahrscheinlichsten geheilt werden könnten, heißt es in der Urteilsbegründung. Ihre Beute seien die unschuldigsten Mitglieder der Gesellschaft. Nach Angaben des Statistikbüros des Justizministeriums werden Sexualstraftäter nach ihrer Haft viermal häufiger wegen einer Sexualstraftat festgenommen als andere Kriminelle. Das Durchschnittsalter der Opfer liege bei unter 13 Jahren. dpa

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