Valencia : Papst betet für Opfer des U-Bahn-Unglücks

Bei seinem Valencia-Besuch hat Papst Benedikt XVI. für die Opfer des U-Bahn-Unglücks gebetet. Bei Beginn seines Besuchs würdigte Benedikt die "zentrale Rolle" der Familie für Familie und Gesellschaft.

Valencia - Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in der spanischen Stadt Valencia Ehe und Familie gewürdigt. Beide spielten eine "zentrale Rolle" für Kirche und Gesellschaft, sagte der 79-jährige Pontifex, der zum Abschluss des Weltfamilientages nach Valencia kam. Er setze Vertrauen in die "tief reichenden christlichen Wurzelns" Spaniens, führte der Papst vor den Bischöfen aus. Die Äußerung wird als Seitenhieb auf die sozialistische spanische Regierung interpretiert, die die Homo-Ehe und ein einfacheres Scheidungsrecht einführte. Gleich zu Beginn seines Besuchs betete Benedikt XVI. an der U-Bahn-Station, wo am Montag 42 Menschen starben.

"Die Familie ist eine einzigartige Institution in Gottes Plan und die Kirche kann ihre grundlegende Rolle gar nicht genug hervorheben", sagte der Papst direkt nach seiner Ankunft am Flughafen, wo er vom Königspaar und Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero begrüßt wurde. Für den Nachmittag war ein Treffen mit dem 45-jährigen Regierungschef geplant, bei dem neben der Homo-Ehe vermutlich auch die liberalere Scheidungs- und Abtreibungspolitik der Regierung angesprochen werden sollte.

Noch an Bord seines Flugzeuges hatte Benedikt angekündigt, er wolle den Akzent auf die "positiven Dinge" legen. Es gebe zwar Fragen, wo Christen nicht einer Meinung seien. "Aber wir wollen den Menschen zu verstehen geben, dass im Einklang mit der menschlichen Natur Mann und Frau füreinander gemacht sind und sie der Menschheit eine Zukunft geben können", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Dennoch wolle die Kirche gleichzeitig alle Menschen respektieren und ihnen helfen.

Die Bischöfe forderte der Papst in einer Ansprache in der Kathedrale auf, gegen die "schnelle Säkularisierung" des traditionell katholischen Landes zu kämpfen. Der christliche Geist des Landes müsse lebendig gehalten werden. "Das wird dabei helfen, die Seelen Eures Volkes zu beleben".

Begeistertet Empfang

Zehntausende Pilger, von denen viele die gelb-weiße Flagge des Vatikans schwenkten, hatten Benedikt auf dem Weg vom Flughafen zur Kathedrale begeistert begrüßt. Bei seinem Gebet an der U-Bahn-Station Jesús, wo am Montag 42 Menschen gestorben waren, war auch das spanische Kronprinzenpaar dabei. Der Papst sprach den Angehörigen persönlich sein Beileid aus. Einige weinten, als er ihnen die Hände drückte.

Der Weltfamilientag, zu dem der Papst Valencia einen 26-stündigen Besuch abstattet, findet seinen Höhepunkt bei einer gigantischen Freiluftmesse am Sonntag, zu der eine Million Gläubige erwartet werden. Zapatero wird nach Regierungsangaben nicht daran teilnehmen, dafür jedoch das spanische Königspaar und Außenminister Miguel Angel Moratinos. (tso/AFP)

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