Vatikan : Papst schickt Jungpriester in den Homo-Test

Homosexuelle sollen künftig schon in der Ausbildung zum Priester ausgeschlossen werden. Ein psychologischer Test soll ihre Präferenz aufziegen.

Andrea Dernbach

RomDer Vatikan möchte Homosexuelle künftig schon aus der Priesterausbildung ausschließen. Wie italienische Zeitungen berichten, schreibt ein neues Dokument der "Kongregation für das katholische Bildungswesen" vor, die Kandidaten bei der Aufnahme ins Priesterseminar einem psychologischen Test zu unterziehen und dabei ihre sexuelle Präferenz festzustellen. Die Kirche müsse darauf achten, die Personen auszuwählen, die sie als Priester für geeignet hält, heißtes in dem Dokument unter dem Titel "Handreichung zum Gebrauch psychologischer Kompetenz bei der Zulassung und Ausbildung von Priesteramtskandidaten": Unter den im Text genannten Anforderungen an einen katholischen Priester werden "männliche Identität und die Fähigkeit, reife Beziehungen mit anderen Personen einzugehen", genannt.

Dass Homosexuelle in vatikanischen Augen keine Männer sind, wird in der Liste der Ausschlusskriterien insinuiert, die das Dokument ebenfalls enthält. Demnach sollen Kandidaten ausgeschlossen werden, die "starke Unreife" zeigen, worunter auch "tiefwurzelnde" homosexuelle Tendenzen gezählt werden - neben der Neigung zu erheblicher emotionaler Abhängigkeit, starken Problemen in sexuellen Beziehungen, einem Mangel an Redlichkeit und unsicherer sexueller Identität.

Gegen den Text laufen nun nicht nur Italiens Schwulenorganisationen Sturm - der Präsident des wichtigsten Verbandes "Arcigay" bot ironisch Hilfe an, falls der Vatikan nach Homosexuellen suche, die sich "innerhalb der Kirche verstecken". Selbst konservative Katholiken wundern sich über die logischen Windungen von Mutter Kirche. Enzo Carra von der oppositionellen "Demokratischen Partei" PD fragte sich im "Corriere della Sera", "wie man einen homosexuellen Priester identifizieren wolle, da doch ein Priester überhaupt keine sexuelle Tendenz zeigen darf". Seine Parteifreundin Paola Binetti, die dem Opus Dei nahesteht, bekommt für ihr Lob des Vatikanpapiers Probleme im PD: Weil sie Homosexuelle in die Nähe von Kinderschändern rückte, wollen einige jetzt ein Parteiausschlussverfahren gegen sie. Solche Ansichten seien mit Werten und Statut der Partei nicht zu vereinbaren.

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