Vechta : Mutter von totem Baby wieder auf freiem Fuß

Die 24-jährige Mutter des toten Neugeborenen in Vechta ist nach ihrer Festnahme am Montag wieder auf freiem Fuß. Gegen sie liegt kein dringender Tötungsverdacht vor. Im Fall der am Sonntag entdeckten Babyleiche im Berliner Stadtteil Köpenick verfolgt die Polizei unterdessen eine erste konkrete Spur.

Oldenburg/BerlinDie junge Frau aus Vechta hatte das Baby im November 2007 zur Welt gebracht. In ihrer Vernehmung sagte die 24-Jährige laut Oldenburger Staatsanwaltschaft, dass sie das Kind stehend in der Dusche geboren hat. Es fiel auf den Duschboden und bewegte sich weder noch schrie es. In Panik wickelte sie den Jungen in ein Handtuch ein, legte ihn in eine Reisetasche und stellte diese in dem Vechtaer Waldstück ab, wo ein Spaziergänger sie am Samstagabend entdeckte. Eine Quittung in der Tasche brachte die Polizei dann auf die Spur der alleinstehenden Frau. Sie hat sich jetzt auf eigenen Wunsch in psychiatrische Behandlung begeben.

Die Todesursache des Neugeborenen konnte  wegen der schon fortgeschrittenen Verwesung der Leiche noch nicht geklärt werden. Der Junge dürfte demnach organisch lebensfähig gewesen sein. Ob er tatsächlich nach der Geburt gelebt habe, hat sich aber noch nicht feststellen lassen. Die Mutter sagte aus, dass sie das Kind behalten wollte, nachdem die Schwangerschaft sie anfänglich sehr belastete.

Weitere Baybleiche in Rucksack gefunden

In Berlin sucht die Polizei eine etwa 35 Jahre alte Frau, die am Samstag in der Nähe des Fundorts im Köpenicker Stadtforst gesehen wurde. Da der tote Säugling möglicherweise erst an jenem Tag in dem Waldstück abgelegt worden sein könnte, habe die mit einer roten Jacke bekleidete Frau vielleicht etwas bemerkt, sagte der Sprecher. Insgesamt seien bislang etwa 20 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.

Bei dem toten Säugling handelte es sich um ein Mädchen, das der Obduktion zufolge gesund zur Welt kam. Angaben zum Alter und zur Todesursache des Kindes wollte der Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Spaziergänger hatten die Leiche in einem Rucksack nahe einer Straße entdeckt. (kj/AFP)

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