Welt : Venedigs Oper "La Fenice": Hohe Haftstrafen für Brandstifter

Fünf Jahre nach dem Feuer in der weltberühmten Oper La Fenice von Venedig haben die Richter gegen zwei Elektriker hohe Haftstrafen wegen Brandstiftung verhängt. Die beiden Männer müssen sechs und sieben Jahre hinter Gitter, weil sie das Feuer gelegt hatten, um einer Konventionalstrafe zu entgehen. Dagegen wurden der damalige Bürgermeister Massimo Cacciari (56) und acht weitere Angeklagte am Donnerstag in erster Instanz freigesprochen. Zugleich klagen Musikfreunde über einen weiteren Skandal: Trotz aller Versprechungen rückt die Wiedereröffnung von La Fenice in immer weitere Ferne.

Das über 200 alte Opernhaus, in dem Verdis "La Traviata" und "Rigoletto" uraufgeführt wurden, war zum Entsetzen der Musikwelt am 29. Januar 1996 bis auf Grundmauern niedergebrannt. "Venedig hat seine Seele verloren", klagte der italienische Startenor Luciano Pavarotti damals.

Die beiden verurteilten Elektriker waren seinerzeit mit Renovierungsarbeiten in Verzug geraten. Mit dem Feuer wollten die miteinander verwandten Kleinunternehmer eine Konventionalstrafe von 50 000 Mark verhindern. "Wegen einer Geldstrafe nahmen sie das Risiko in Kauf, ganz Venedig in Schutt und Asche zu legen", empörte sich die Lokalzeitung "Il Gazzettino".

Nicht weniger schockierend waren die Vorwürfe gegen den Bürgermeister und andere Verantwortliche: Die automatische Feuerlöschanlage sei defekt gewesen, bei der Renovierung sei leichtsinnig mit brennbarer Flüssigkeit hantiert worden und trotz Warnungen habe die Stadt der Schlamperei kein Ende gesetzt. Doch diesen Anschuldigen der Staatsanwälte wollten die Richter nicht folgen.

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