Verbraucher : Geflügelfleisch trotz Vogelgrippe im Trend

Die Verbraucher in Deutschland greifen trotz der Diskussion um die Gefahren der Vogelgrippe gern zu Hähnchen, Pute und Ente. Der Wiesenhof-Hersteller PHW nennt die Debatte "Wohlstandshysterie".

Hamburg - Die Geflügelmarke Wiesenhof, der Marktführer in Deutschland, habe im November und Dezember ihren Absatz gehalten, teilte die PHW-Gruppe am Donnerstag in Hamburg mit. Es habe allerdings bei den preisgünstigeren No-Name-Hähnchen, die über Discounter wie Aldi und Lidl vermarktet werden, leichte Rückgänge gegeben. Der Gesamtumsatz des Konzerns mit Hauptsitz im niedersächsischen Rechterfeld sei im zweiten Halbjahr 2005 um fünf Prozent gestiegen.

Die Diskussion um die Vogelgrippe sei für ihn ein Beispiel von «Wohlstandshysterie», sagte PHW-Chef Paul-Heinz Wesjohann. «Die Situation in Europa ist völlig anders als in Asien oder Osteuropa, wo Mensch und Geflügel eng zusammenleben.» Dennoch seien die deutschen Geflügelerzeuger vorbereitet, falls es einen Fall von Vogelgrippe in Deutschland geben sollte. Dann würden alle Tiere im Umkreis von drei Kilometern sofort getötet. «Es ist absolut sicher, dass niemals ein infizierter Bestand in die Nahrungskette gelangen wird», sagte Wesjohann.

Geflügelfleisch hat in den vergangenen Jahren immer größere Marktanteile in Deutschland erobert und damit auch das Wachstum des Wiesenhof-Herstellers PHW befördert. Während der gesamte Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland seit 1994 nicht gestiegen ist, legte Geflügelfleisch im gleichen Zeitraum um 40 Prozent zu. Jeder Verbraucher in Deutschland konsumiert rund 18 Kilogramm Geflügel; rund ein Viertel davon stammt von der PHW-Gruppe.

Angesichts der guten Marktchancen will die PHW-Gruppe ihre Investitionen von zuletzt 52 auf rund 70 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr steigern. Die PHW-Gruppe vermarktet nicht nur Geflügel im Ganzen oder in Teilen, sondern auch als Tiefkühlprodukte, Würste und Fertiggerichte. In einer geschlossenen Produktionskette lässt der Konzern die Eier ausbrüten, die Küken in angeschlossenen Mastbetrieben großziehen und stellt auch das Futter und Medikamente her.

«Unser kompromissloses Herkunfts-, Qualitäts- und Sicherheitskonzept hat sich bewährt und hohes Vertrauen beim Konsumenten geschaffen», sagte Wesjohann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 (30.6.) stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite bezifferte Wesjohann auf mehr als drei Prozent nach Steuern. Der Konzern beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. (tso/dpa)

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